Full text : Freiherr von Stumm-Halberg und die evangelischen Geistlichen im Saargebiet

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Zur Begründung unserer Erklärung vom 28. Februar.

evangelischen Arbeitervereine werden wir zur Bewahrung der Ar—
beiter vor Gährung und Unruhe und vor sozialdemokratischer Be—
einflussung auch ferner noch nötig haben. Wir dürften einigen
Anspruch auf Anerkennung unserer oft recht mühevollen und nicht
erfolglosen Arbeit haben. Statt dessen sehen wir uns aufs schwerste
verunglimpft. Fast scheint es, als ob die alten Gegner der Mittel—
—VDDDD—
kraten) ausgestorben seien, so ausschließlich werden wir angegriffen
und bekämpft.
Wenn wir hofften, daß unsere Arbeitervereine auch für die
Arbeitgeber eine willkommene Gelegenheit werden würden, um der
kaiserlichen Ermahnung entsprechend „mehr Fühlung“ zu gewinnen,
so hat uns diese Hoffnung getäuscht und sind unsere dahingehenden
Bemühungen fruchtlos geblieben. Im Allgemeinen sind wir bei
den Arbeitgebern und den Behörden einer kühlen Zurückhaltung
und vornehmen Reserve begegnet. Es ist mit verschwindenden
Ausnahmen nicht gelungen, das Interesse und die Mitarbeit dieser
Kreise zu gewinnen. An gutem Willen und Entgegenkommen hat
es unsererseits nicht gefehlt. Die Folge ist, daß man unsere Ver—
eine nicht kennt. Es muß betont werden, daß in den genannten
Kreisen über unsere Arbeit und unsere Bestrebungen eine große
Unkenntnis herrscht, aus der allein sich das Mißtrauen und die
ungerechte Verkennung unserer Thätigkeit erklärt, welche in den
letzten erregten Wochen eine so verhängnisvolle und unsere Ehre
verletzende Rolle gespielt haben. Freiherr von Stumm hegte wohl
gegen die Gründung unserer Vereine von Anfang an Bedenken, da
er prinzipieller Gegner jeder Art von Arbeiterorganisation zu sein
scheint. Er hat darüber, daß er ein Hereinziehen seiner Arbeiter
nicht wünsche, von vornherein keinen Zweifel gelassen. Er fürchtet,
derartige Arbeitervereinigungen könnten über die Köpfe der wohl—
meinenden Gründer und Leiter hinaus zur Sozialdemokratie über—
gehen, „wie es analog bei der Entwickelung des famosen Rechts—
schutzvereins gegangen ist.“ Darum ist er auch prinzipieller Gegner
christlicher Arbeitervereinigungen, wie sich das besonders scharf
gegenüber dem von Pfarrer Lic. Weber mit gegründeten christlichen
Bergarbeitergewerkverein im Ruhrgebiet gezeigt hat. Neben einer
strengen Gesetzgebung und energischen Handhabung derselben, kann
nur der Arbeitgeber selbst durch eine wohlwollende Fürsorge und
            
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