Zur Begründung unserer Erklärung vom 28. Februar. 25
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nehmen.“ Das ist eine kleinliche Verkennung der Wahrheit. — Hiernach
überlassen wir es dem Leser, zu beurteilen, ob wir Freiherrn von Stumm
einen berechtigten Anlaß gegeben haben, das kaiserliche Telegramm gerade
gegen uns und unsere ganz unpolitische soziale Arbeit zu verwerten.
Es könnte auffallend erscheinen, daß wir unsere Erklärung
nicht im „Evangelischen Wochenblatt“, sondern in einer politischen
Zeitung, der „Saarbrücker Zeitung“, veröffentlicht haben, und es
könnte daraus vielleicht der Vorwurf hergeleitet werden, daß wir
damit entgegen den Eingangsworten unserer Erklärung uns in den
politischen Streit eingemischt hätten. (Die in dem Bericht nun
folgende Darstellung der Vorgänge, durch welche uns die Veröffent—
lichung der Erklärung im „Evangelischen Wochenblatt“, unserem
eigenen Organe, unmöglich gemacht worden war, lassen wir hier,
um Wiederholungen zu vermeiden, weg und verweisen auf den
unten folgenden Abschnitt: „Freiherr von Stumm und das Evan—
gelische Wochenblatt“).
Ich habe bisher vorwiegend die aäußeren Momente zu würdigen
gesucht, welche zu unserer Erklärung führten. Es erübrigt nun noch,
auf den prinzipiellen Gegensatz hinzuweisen, welcher
ohne Frage vorliegt. Der Ansicht der in sozialer Arbeit stehenden
Geistlichen gegenüber steht die Auffassung der großindustriellen
Kreise hinter der „Neuen Saarbrücker Zeitung“, welche am klarsten
und konsequentesten der Freiherr von Stumm vertritt. Diese pflegt
als das patriarchalische System bezeichnet zu werden. Wir
haben die Vorzüge desselben niemals geleugnet, die Bedeutung der
von demselben geschaffenen Wohlfahrtseinrichtungen, die Be—
mühungen mancher Arbeitgeber, persönliche Fühlung mit ihren
Arbeitern zu suchen, stets warm anerkaunt, wie wir auch insbe—
sondere uns wohl bewußt sind, daß Freiherr von Stumm nicht
blos selbst in dieser Richtung hervorragendes geleistet, sondern auch
auf die Saarindustrie überhaupt durch sein Ansehen und sein Bei—
spiel in gleichem Sinne eingewirkt hat. In dem Bewußtsein, daß
die Arbeiterverhältnisse im Saargebiete infolgedessen verhältnismäßig
wohl geordnete seien, haben die Geistlichen jahrelang von einer
sozialen Thätigkeit im engeren Sinne des Wortes absehen zu dürfen
geglaubt. Selbst als die Ueberzeugung eine ziemlich allgemeine ge—