Full text : Freiherr von Stumm-Halberg und die evangelischen Geistlichen im Saargebiet

Zur Begründung unserer Erklärung vom 28. Februar. 23

Geistlichen des Saargebietes ausbeuten zu können. Die Behauptung
aber, den Geistlichen sei nicht „mit einem Wort zu nahe getreten
worden“, muß als leere Ausrede erscheinen, durch welche eine sach—
liche Besprechung unserer Erklärung umgangen werden
sollte. Hat doch das Blatt unsere Erklärung nicht einmal aus—
zugsweise mitgeteilt, sondern nur in einer geradezu unerhörten
Weise uns verunglimpft und insbesondere den Herrn Superinten—
denten mit seiner „Synodalgefolgschaft“ in kleinlicher, persönlich
gehässiger Weise verhöhnt und beleidigt, sodaß am 4. März d. J.
folgende Entgegnung erscheinen mußte—

Entgegnung

In der Gewißheit völliger Uebereinstimmung mit sämtlichen
Unterzeichnern unserer „Erklärung“ vom 28. Februar cer. entgegnen
wir der „Neuen Saarbrücker Zeitung“ folgendes:
Sie hat in ihrer Nummer vom 1. März er. unsere „Er—
klärung“ in einer Weise behandelt, die wir hierdurch auf's
ernsteste zurückweisen. Eine sachliche Widerlegung suchen wir
vergebens, finden dagegen einen Ton, der in einer so ernsten
Sache doppelt bedauernswert ist. Wir dürfen wohl hinzufügen,
daß auch der Herr Reichstagsabgeordnete Boltz sein Mißfallen
darüber ausgesprochen hat. Während das Blatt sich für die
„Würde der Diener“ der Kirche scheinbar besorgt zeigt, ver—
schmäht es dennoch eine gröbliche Verunglimpfung derselben nicht.
Wir würden deshalb auf jede weitere Auslassung verzichtet haben,
wenn uns nicht der gehässige Angriff gegen die Person unseres
hochverehrten Superintendenten verpflichtete, für ihn einzutreten,
nicht als „Gefolgschaft“, sondern kraft freier Ueberzeugung.
Wir können der „Neuen Saarbrücker Zeitung“ nicht das
mindeste Recht zugestehen, dem bewährten langjiährigen Leiter der
Synode, einem überzeugungstreuen Geistlichen und edlen Charakter,
in anmaßendem Tone Vorschriften über sein Verhalten und über
seine Amtspflichten zu machen. Wir protestieren auf's nachdrück⸗
lichste gegen diese Art und Weife, in der das Blatt die geistige
Leitung unserer Bevölkerung zu übernehmen beabfsichtigt—

Fechner. Klein. Lentze. Lichnock. v. Scheven.
            
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