Full text : Freiherr von Stumm-Halberg und die evangelischen Geistlichen im Saargebiet

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Zur Begründung unserer Erklärung vom 28. Februar.

und der Christlich-Sozialen überhaupt, wie jeder Tag ähnliche
bringen mag, sondern zu Aeußerungen das Wort ergriffen haben,
welche unsere soziale und kirchliche Thätigkeit nahe genug angingen.
Es dürfte aber auch erwiesen sein, daß wir nicht voreilig hervor—
getreten sind, sondern erst, nachdem alle Bemühungen des Herrn
Superintendenten als unseres Vertreters fruchtlos geblieben waren.
Darum war die Konferenz, in welcher unsere Erklärung beschlossen
wurde, darin völlig einmütig, daß diese durch die Lage gebieterisch
gefordert werde. Auch diejenigen Teilnehmer der Konferenz, welche
die Erklärung aus besonderen Gründen nicht unterzeichneten, sind
von dieser Notwendigkeit ebenso überzeugt gewesen wie wir.
Bemerkung: Vergleiche die Stumm'sche Rede: „Haben diese
„Herren von der Synode denn jemals viel schlimmere sozialdemokratische,
ultramontane, freisinnige Beschimpfungen ihrer Kirche in dieser Weise be—
„kämpft? Das ist niemals vorgekommen.“ Dazu lag keine in den be—
sonderen hiesigen Verhältnissen begründete Veranlassung vor. Dies—
mal ging obendrein der Angriff von unseren „Freunden“, mit denen wir
volitisch stets zusammengegangen waren, aus
Die Notwendigkeit unserer Erklärung lag für uns aber
deshalb vor, weil nach Lage der Verhältnisse unter den von der
„Neuen Saarbrücker Zeitung“ bekämpften Christlich-Sozialen die in
sozialer Arbeit stehenden Geistlichen — und das, ist die Mehrzahl
von uns — zum wenigsten mit verstanden werden mußten. Wie
schon aus den Darlegungen des Herrn Kollegen Lentze hervorging,
hat die „Neue Saarbrücker Zeitung“ selbst die Geistlichen mit
den „Christlich-Sozialen“ gleichgesetzt. Damit stimmt auch völlig
überein, daß sie nach unserer Erklärung die Unterzeichner derselben
in mehreren nach Form und Inhalt unqualifizierbaren Artikeln
ohne weiteres nicht blos mit Stöcker und Naumann, sondern auch
mit Kötzschke und dessen extremsten Aeußerungen identifizierte.
Wenn nun angesichts dieser Identifizierung die christlich-soziale
Strömung als „eine ausgesprochen antichristliche Revolutionsrichtung“
bezeichnet, die Christlich-Sozialen als „bewußte oder unbewußte
Helfershelfer der Sozialrevolution, die mit Bebel und Liebknecht
auf einer Stufe stehen“, gekennzeichnet wurden, so war damit die
Ehre der Geistlichen in einer Weise angegriffen, daß es als Schuld—
bekenntnis hätte gelten müssen, wenn wir geschwiegen hätten.
Bemerkung: Freiherr von Stumm sagte in Neunkirchen: „Es
ist das erste mal geschehen (das heißt eine Erklärung abzugeben), weil ein
            
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