Zur Begründung unserer Erklärung vom 28. Februar. 19
„Vermögen zu wahren 'und zu pflegen und dem Eindringen der
„Sozialdemokratie entgegenzuwirken. — Was die Naumann'sche
„Hilfe“ betrifft, so erkläre ich ebenso bestimmt, daß es in der
„Synode Saarbrücken keinen einzigen evangelischen Geistlichen
giebt, welcher sich mit diesem Blatte identifizieren möchte.“
Eine zweite Erklärung des Herrn Superintendenten wurde
veranlaßt durch einen maßlosen Angriff auf die Geistlichen im
Saargebiet, welchen das „Gewerbeblatt“ als höchst bemerkens—
werte Kundgebung aus der „Kölnischen Zeitung“ übernommen
hatte. Es war der berühmt gewordene „Unholdenartikel“, der schon
in der Denkschrift des Herrn Kollegen Lentze citiert worden ist.
Bemerkung: Freiherr von Stumm sagte in Neunkirchen, jeder
Unbefangene sehe diesem Artikel an, daß er „hiesige“ Geistliche nicht im
Auge habe, sondern Naumann, Kötzschke und andere. Das „Evangelische
Wochenblatt“ habe aber den Spieß umgedreht. „Das ist ein Sophismus,
wie er nicht schlimmer gedacht werden kann. Denn wenn die „Kölnische
Zeitung“ von einer Agitation von Geistlichen in Neunkirchen gesprochen
hatte, so weiß hier jedermann, daß hier in Neunkirchen die Herren Geist—
lichen . . . . meine besten Freunde sind.“ Die „Kölnische Zeitung“ hatte
aber gesagt: „im Bezirke Neunkirchen“. Herr von Stumm macht daraus
„in Neunkirchen“. — Im Uebrigen wurde der sogenannte Unholdenartikel
allgemein auf uns und den „Saarbrücker Handwerkerverein“ bezogen, wie
auch einige „Eingesandt“ hiesiger Zeitungen bewiesen. Warum hat ferner
das „Saarbrücker“ Gewerbeblatt“ die Berichtigung des Superintendenten
nicht gebracht? Damit wäre jeder Anstoß beseitigt gewesen. —
Unfsere gemeinsame Erklärung vom 28. Februar d. Is. be—
wegt sich ganz in derselben Richtung. Die früheren vereinzelten
Angriffe auf die soziale Thätigkeit der evangelischen Geistlichen im
Saargebiete waren überboten und gekrönt worden durch die That—
sache, daß die „Neue Saarbrücker Zeitung“ mit dem ausgesprochenen
Zwecke gegründet wurde, die Christlich-Sozialen im Saargebiete zu
bekämpfen. Daß es sich nur um diese handeln konnte, ist bei
einem Lokalblatte von vornherein selbstverständlich. Es zeigte
sich aber außerdem sofort, daß das Blatt von der irrigen Ansicht
ausgehe, als stehe ihm eine politische Organisation christ—
lich-sozialer Art gegenüber, die zu bekämpfen es dann in einer
Weise für richtig und notwendig hielt, welche weder den wirklichen
Thatfachen entsprach, noch der „Gerechtigkeit, Wahrheit und Liebe“
Rechnung trug. Mit dem Gesagten dürste dargethan sein, daß
wir nicht zu einer beliebigen, falschen Darstellung des Christentums
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