Full text : Freiherr von Stumm-Halberg und die evangelischen Geistlichen im Saargebiet

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Zur Begründung unserer Erklärung vom 28. Februar.

selben erfolgt. Ich erinnere nur an folgenden, von dem Freiherrn
von Stumm dem Inhalte nach ausdrücklich gebilligten Satz des
„Gewerbe-Blattes“ vom November 1894:
„Als selbstverständlich sehen wir an, daß die Gesetzgebung
„sich auch derjenigen Koalitionen fürsorglich annimmt, die sich
„nicht genieren, mit der Sozialdemokratie gelegentlich gemein—
„same Sache zu machen. Der Gewerkverein der Herren Weber
„und Oberdörffer würde dazu wohl gehören. . . . . . In der
„Bekämpfung der Sozialdemokraten wird in Zukunft von allen
„daran beteiligten Parteien der Grundsatz in Anspruch genommen
„werden müssen: Wer nicht in allen Stücken für uns ist, der
„ist gegen uns.“

Ich erinnere ferner an die ungefähr gleichzeitige Kenn—
zeichuung des Pfarrers Lie. Weber als eines „gefährlichen
Agitators“ durch den Freiherrn von Stumm. Durch diese und
ähnliche Angriffe auf die Christlich-Sozialen haben wir uns bisher
niemals zu einem öffentlichen Hervortreten veranlaßt gesehen, obwohl
sie uns in hohem Maße ungerecht und ärgerniserregend erschienen.
Erst als es sich zeigte, daß die hinter dem „Gewerbeblatt“ stehen—
den Kreife diese Art der Polemik auch auf unsere soziale Thätigkeit
anzuwenden geneigt seien, erfolgte Januar 1895 folgende Erklärung
unseres Herrn Superintendenten als Vertreters der Geistlichen.

Erklärung

„Man hat mich darauf aufmerksam gemacht, daß die Aus—
„lassung des Herrn Freiherrn von Stumm in Nr. 18 dieser
„Zeitung vielfach dahin verstanden worden ist — eine Auffassung,
„die ich persfönlich nicht teile —, als sei gegen einen Teil der
evangelischen Geistlichen des hiesigen Bezirkes geradezu die Be—
„schuldigung erhoben worden, sie suchten in bedenklicher Weise
„den wirtschaftlichen Kampf zwischen Arbeitern und Arbeit—
„gebern, sowie das Eindringen der Sozialdemokratie zu fördern.
„Dem gegenüber erkläre ich auf das Bestimmteste, daß eine
„solche Beschuldigung durchaus ohne allen Grund wäre, und
„daß im Gegenteil alle evangelischen Geistlichen in der Synode
Saarbrücken ohne Ausnahme bestrebt sind, ein friedliches Ver—
„hältnis zwischen den Arbeitern und Arbeitgebern nach bestem
            
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