Zur Begründung unserer Erklärung vom 28. Februar. 15
nicht verstanden, wenn die Geistlichen, die in erster Linie zum
Gegenstande von durch nichts begründeten öffentlichen Angriffen
geworden waren, das schweigend hätten geschehen lassen. Es
würde den sehr berechtigten Eindruck hervorgerufen haben, daß
die evang. Kirche im Saargebiet in der Selbstauflösung begriffen
und unfähig geworden sei, noch das öffentliche Gewissen zu
repräsentieren. In dieser Lage erfolgte am 28. Februar cr. die
„Erklärung“. Als weiteren Kommentar dazu gestatte ich mir
noch auf den Artikel in Nr. 63 der „Saarbr. Zeitung“ hinzu—
weisen: „Die Erklärung der Geistlichen“. (Anl. 7). Euer
Hochwürden werden nunmehr die fast einhellige Stellungnahme
der Synode verstehen, wobei ich hinzufügen darf, daß auch die
Nichtunterzeichner dieselbe meistens grundsätzlich teilen. Sie hat
sich eben aus der geschilderten Entwicklung der Dinge ganz von
selbst ergeben müssen.
Ich füge dieser Erläuterung nur noch einige Worte hinzu
über die Folgen, welche die Abgabe dieser „Erklärung“ bisher
nach sich gezogen hat. Zuerst ist es die, daß, während sich in
den „oberen“ Kreisen das Urteil darüber noch nicht völlig ge—
klärt zu haben und man noch das abschließende Votum der
höchsten kirchlichen Behörde der Provinz abwarten zu wollen
scheint, die gesamte sonstige evangelische Bürgerschaft fie als ein
notwendiges und zu rechter Zeit gesprochenes Wort betrachtet und
daß die Achtung vor der evangelischen Kirche, welche in dem ent—
brannten Kampfe bedenklich erschüttert zu werden drohte, wieder
hergestellt ist. Die Erklärung hat in dieser Beziehung ihre
reinigende und klärende Wirkung nicht verfehlt.
Sodann aber ist als bisherige Folge eine Reihe von
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neuen Zeitung zu konstatieren,“) welche auf den in ihr waltenden
Geist gerade kein günstiges Licht zu werfen geeignet sind. Sie
bewegen sich nicht in der durch den gebildeten gesellschaftlichen
Verkehr bedingten Sprache. Bereits am 29. Februar erfolgte
der erste dieser Angriffe. (Anl. 8). Derselbe vermag, was für
die Denkart des Blattes bezeichnend ist, unsere wohlerwogenen
Anmerkung: Auffallenderweise spricht Herr von Stumm in seiner
Neunkircher Rede, in welcher er dieses Blatt allen Patrioten und Behörden
warm empfiehlt, nur von einem Artikel, den auch er nicht billige.