Zur Begründung unserer Erklärung vom 28. Februar. 13
Der Ausbruch des uns drohenden Gewitters erfolgte zu—
erst in einer Kundgebung des „Saarbr. Gewerbebl.“ und sodann
in dem unter dem maßgebenden Einflusse des Herrn von Stumm
hier neugegründeten Blatte, der „Neuen Saarbrücker Zeitung“.
Im Dezember v. Is. erschien im „Gewerbeblatte“ ein als „be—
merkenswerte Kundgebung“ bezeichneter und aus der „Köln.
Zeitung“ ohne Reserve übernommener Artikel, worin gesagt war,
es sei seit Juhrzehnten zu beobachten, „wie im Bezirk Neunkirchen
die Sozialdemokraten, Demokraten, blindleidenschaftliche Professoren
und Geistliche alles aufbieten, um die Arbeitermassen zum
Kampfe gegen ihre Arbeitgeber aufzustacheln“ — doch sei es
jenen „Unholden“ auch nicht einen Augenblick gelungen, das
vortreffliche Verhältnis zwischen Arbeitern und Arbeitgebern zu
stören. Dieser gänzlich unbegründete Angriff veranlaßte eine
Erklärung des Herrn Superintendenten Zillessen in NA5 des
„Evang. Wochenblattes“, wonach „keinen einzigen Geistlichen der
Kreissynode Saarbrücken ein solcher Vorwurf auch nur im ent—
ferntesten treffen könne,“ und sodann ein „Wort der Abwehr“,
welches in Nr. 47 der „Saarbr. Zeitung“ erschien (Anl. 2) und
worin in ausführlicher Weise die mit den Thatsachen in völligem
Widerspruch stehende Grundlosigkeit dieses Angriffs nachgewiesen
wurde. In Anl. 3 und 4 lege ich zwei Exemplare der von
Herrn Pfarrer Fauth verfaßten und in dem „Wort der Abwehr“
erwähnten Broschüre bei. Man hätte erwarten dürfen, daß diese
auf unumstößlichen Thatfachen basierende Widerlegung auf der
Gegenseite einigen Eindruck hervorgerufen hätte. Das war jedoch
nicht der Fall.
Außer dem Herrn Superintendenten und dem Verfasser
des „Wortes der Abwehr“ trat auch die „Saarbr. Zeitung“ (Redak—
teur A. Zühlke) in dankenswerter Weise für die schwer verleumdeten
Geistlichen ein, in einem Artikel vom 9. Februar d. Is. (Anl. 5),
worin es u. a. heißt: „Macht es das Wesen unserer (d. h. der
nationalliberalen) Partei aus, daß man die Pfarrer unserer Synode,
deren Königstreue, Menschenliebe und Friedfertigkeit über allen
Zweifel erhaben ist, mit Bebel und Liebknecht auf eine Stufe
stellt?“ Die für die Auffassungsweise der Gegenseite charakteristische
Antwort auf diese Frage ließ nicht auf fich warten. Sie erfolgte
bereits in einem Artikel der „Neuen Saarbr. Zeitung“ vom