Full text : Freiherr von Stumm-Halberg und die evangelischen Geistlichen im Saargebiet

Zur Begründung unserer Erklärung vom 28. Februar. 11

nach oben wie nach unten hin sich vorgezeichnet haben, des
weiteren ausgeführt. Er wurde auf der Konferenz vom 24. Fe—
bruar gehalten, in welcher unter zahlreichster Beteiligung in keines—
wegs erregter, sondern einmütig-gehobener, ernster Stimmung die
Abgabe einer „Erklärung“ als Notwendigkeit erkannt und be—
schlossen wurde. Die Begründung des ersten Absatzes unserer
Erklärung, die richtige Auffassung des Christentums enthaltend,
liegt im dritten Teile des Vortrags, diejenige des zweiten Ab—
satzes, die Inschutznahme der Christlich-Sozialen betreffend, liegt
im vierten Teile des Vortrags enthalten. Wir waren „um des
Gewissens“ willen genötigt, für die dieser Richtung angeklagten
Amtsbrüder einzutreten, da eine ganz maßlose Fülle von un—
glaublichen Schmähungen und Entstellungen sittlich verwirrendster
Art sich über diese Richtung ergossen hatte, Entstellungen, welche
auf weitgehender Unkenntnis sowohl des eigentlichen Wesens
dieser Richtung als auch der faktisch hier vorliegenden lokalen
Verhältnisse beruhen. Es drohte eine verhängnisvolle Begriffs—
verwirrung einzureißen, welcher unbedingt von unserer Seite her
gesteuert werden mußte. Man setzte die Pfarrer den Christlich—
Sozialen, diese wieder Bebel und Liebknecht gleich, wie aus den
beigefügten Belegen hervorgeht und somit drohte eine völlige
Untergrabung jeder Achtung vor dem geistlichen Stande. Die
öffentliche Meinung würde es nicht begriffen haben, wenn wir dazu
geschwiegen hätten, sie wartete auf ein durch die Selbstachtung
gebotenes Hervortreten der Geistlichen, und sie hat unsere „Er—
klärung“ freudig begrüßt, zumal da dieselbe sehr wohlerwogen
und völlig sachlich und ruhig gehalten ist. „Durch die Erklärung
der Geistlichen haben sich diese den Dank aller Gemeindemitglieder
erworben“ — schrieb mir noch heute ein sehr besonnener und mit
den Verhältnissen genau bekannter evangelischer Herr.
So viel erlaube ich mir zur Begründung der prinzipiellen
Notwendigkeit derselben zu bemerken. Ich wende mich nun zu
einer Erörterung über die Wurzeln der geschichtlichen Ent—
wicklung, aus denen dieselbe erwachsen ist. Sie reichen ziemlich
weit zurück und ich müßte den Rahmen dieser Darlegung weit
überschreiten, wenn ich in dieser Beziehung anders als nur ganz
kurz referierend verfahren wollte. Es machte sich schon jahrelang
ein gewissermaßen latentes Mißtrauen der hiesigen Großindustrie
            
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