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Zur Begründung unserer Erklärung vom 28. Februar
jüngeren Christlich-Zozialen insofern ein falsches soziales Bild in
sich trügen, weil sie zu rosig nach unten hin, zu schwarz nach oben
hin sehen, daß aber auch auf sie die ungeheuerliche Gleichstellung
mit einem Bebel und Liebknecht nicht im entferntesten zutreffe, son—
dern daß unsere gegenwärtigen Zustände vielmehr eine auffallende
Aehnlichkeit besäßen mit der Zeit der Demagogenfurcht in Deutsch—
land, der so viele edel gerichtete Jünglinge zum Opfer gefallen
seien. — Am 28. Februar folgte darauf die „Erklärung“ der
Geistlichen, am 9. März eine Konferenz derselben mit dem Herrn
Generalsuperintendenten. — Der Bericht datiert vom 16. März
und lautet, wie folgt:
Hochwürdigster Herr Generalsuperintendent!
In Erfüllung meines Versprechens beehre ich mich, Ihnen die
nachstehende kurze Darlegung der Gründe, die die Unterzeichner der
„Erklärung“ mit zwingender Notwendigkeit zu ihrem Schritte be—
wogen, nebst den dazu gehörigen Anlagen gehorsamst zu unterbreiten.
Was zuerst die prinzipielle Auffassung unserer Lage be—
trifft, so beehre ich mich, auf einen am 24. Februar cr. gehal—
tenen, in Abschrift (Anl. 1)*) beigefügten Vortrag hinzuweisen, in
dem die unserem Vorgehen zugrunde liegenden Motive und Ge—
sichtspunkte entwickelt sind. Wir haben, wie es in unserer „Er—
klärung“ ausdrücklich betont ist, weder die Absicht, noch den Beruf,
uns in den gegenwärtig im Saarthal in hellen Flammen lodernden
Parteistreit einzumischen, sondern unsere Motive sind rein kirch—
licher Natur, sie beruhen auf der Thatsache, daß es sich hier um
einen im letzten Grunde religiösen Kampf handelt, und daß sich
die gute Sache der evangelischen Kirche im Saargebiet unzweifel—
haft in einer Krisis schwerster Art befindet, daß es sich hier darum
handelt, ob sie hier „das Gewissen unseres evang. Volkes auch
für sein wirtschaftliches und gesellschaftliches Leben“ bleiben soll
oder nicht. (Vergl. „Die Aufgabe der evang. Kirche und ihrer
inneren Mission“. Berlin, Hertz 1885, S. 19). In meinem
Vortrag ist die Mitleidenschaft, in die unsere Interessen gezogen
sind, die sozial-versöhnende Aufgabe, die die Geistlichen zu erfüllen
haben, sowie die Stellung, die sie zur Erfüllung dieser Aufgabe
* Anmerkung. Der Abdruck der Anlagen ist unterblieben, um die
Broschüre nicht allzu umfangreich werden zu lassen.