II.
Zur Begründung unserer Erklärung vom
28. Februar.
Freiherr von Stumm hat sich in seiner Rede vom 12. April
d. Is. über die Motive unserer Erklärung wie folgt geäußert:
1. Eine besondere Veranlassung liegt für mich darin, daß
eine Anzahl evangelischer Geistlichen sich am 28. Febr.
d. Is. bewogen gefühlt haben, in demonstrativer
Weise eine Lanze zu gunsten der christlich-so zi—
alen Agitation zu brechen, und daß unter diesen
Geistlichen aurh Herren sind, welche unserm Wahlkreise,
ja sogar unserm engeren Kreise Ottweiler angehören.
Nein, meine Herren, das kann ich mir nicht denken, daß
die Herren deshalb diesen Apparat aufgepflanzt haben;
sondern es handelt sich darum, in einem Kampfe, den die
Mittelparteien im Kreise Saarbrücken notwendigerweise
gegen ein abtrünniges Blatt führen, Partei für dieses
abtrünnige Blatt und Partei gegen die Mittel—
parteien zu nehmen. Dieses ist das einzige
Motiv, das diese ganz ungehörige, ungewöhn—
liche Demonstration erklärt. Und ich kann viel—
leicht noch weiter gehen. Wenn diese „Saarbrücker
Zeitung“, zu deren Gunsten und in deren Spalten die
Demonstration stattgefunden hat, bei jeder Gelegenheit be—
hauptet, die neue Zeitung sei mein Organ, sie sei von mir
persönlich hervorgerufen worden, so wendet sich diefe Spitze
in letzter Instanz — von den Urhebern wenigstens kann
ich dies sagen — gegen mich persönlich.
Freiherr von Stumm ist also der Ansicht, daß für unsere
Erklärung neben persönlichen Gründen nur politische Rück—
sichen maßgebend gewesen seien. Wir veröffentlichen nachstehend