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Einwohner mußten die dreifarbige Kokarde tragen, bei Strafe
achttaͤgiger Einsperrung.
Die Kantonalverwaltung wird am 18. Aug. 1800 in
Arrondissements verwandelt; die Nassau-Saarbrück'sche Fürsten—
familie hatte damit alle Herrschaft über das Land verloren.
Am 5. Okt. 1804 mußten die Völklinger Kinder den Kaiser
Napoleon, welcher hier durchzog, empfangen und „Vivé
omperour rufen. In welcher Weise die Franzosen übrigens
wirtschafteten, das beleuchtet folgende Thatsache. Die Muni—
zipalrääte Saarbrückens verweigerten den Kommunion-Wein für
die Völklinger Kirche an den Wirt Kunkel dort (25. Juni
1805) zu bezahlen, obwohl sie aus den Völklinger Kirchen⸗
wiesen jährlich für 800 Franken Heu versteigern ließen. —
Das Jahr 1812 brachte wieder eine große Teuerung, gegen
Ende April kostete die Quart Weizen 27 Franken, Korn 23,
Gerste 16, Hafer 10 Franken. Ein 6pfündiges Schwarz⸗
brod 20, Weißbrod 26 Sols, Heu das Millier bis zu 72
Franken, Stroh das Gebund 18 Sols. Nachdem die Preußen
unter Blücher für eine kurze Zeit die hiesige Gegend in Be—⸗
fitß genommen hatten, kam dieselbe nochmals an Frankreich,
bis endlich am 2. November 1815 das Saardepartemeni
für immer mit Preußen vereinigt wurde. Das Dorf ent⸗
wickelte sich langsam zu der Bedeutung, welches es heute hat.
Die Einwohnerzahl ist zur Beurteilung hierüber der beste
Maßstab. Im Jahre 1816 wurden 744 Personen gezaͤhlt,
1849 etwa die Hälfte mehr 1448, 1852 1467, 1855 1599,
1858 1630, 1861 22483, 1864 2289, 1867 2598, 1870
3123, 1875 4202, 1880 4250, 1885 6449, 1890 8319
und 1895 10473. Das Jahr 1879 brachte eine günstige
Aenderung der deutschen Geschäftslage herbei, die Eisenwerke
und Kohlenzechen erhielten reichliche Beschäftigung. Diese