Full text : Die Geschichte unserer Heimat

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Leiwen 54 Loth für 1 Albus. Es kostete also damals der Leib
Brod etwa 8 Pfennige. Es war Gebrauch, daß die hiesigen
Bäcker das Brod auswärts zum Verkauf fuhren. Bei einer
im Jahre 1600 auf dem Markte in Saarbrücken vorge—
nommenen Revision wurde ein Völklinger Bäcker mit bestraft,
weil er sein Weißbrot nicht pfennwert (preiswürdig) und sein
Weispfennigs-Leib nicht das vorgeschriebene Gewicht hatte.
Im Jahre 1589 haben am 4. Juli die „Herren Meyer
und Gericht der Städte Saarbrücken und St. Johann mit
Welschen, Italienern und Spaniern, Reitern und Fußvolk
zu Folklingen umher gelegen, durch Anregen der Obrigkeit
ein Commis uffgericht und ist uffgegangen nach Inhalt der
Rechnung so in die Canzlei übergeben die Summe von 88
Gulden achtenhalben Albus.“ Ferner finden wir aus dieser
Zeit eine Verfügung, die dahin lautet, daß die Völklinger
und die anderen Bewohner des platten Landes ihr Salz in
Saarbrücken und St. Johann holen mußten, da beiden
Städten für Salz das alleinige Verkaufsrecht zustand. Im
Jahre 1602 kam die Grafschaft Saarbrücken wieder in eine
Hand; Graf Ludwig, der Sohn des obgenannten Albrecht
von Ottweiler, erbte nach dem am 12. März 1602 erfolgten
Tode des Grafen Philipp dessen Land. Dem Grafen Ludwig
ist in Völklingen die Errichtung einer Schule zu verdanken.
Von dieser Zeit fungiert hier ein „bestallter Schulmeister.“
Des trefflichen Fürsten, der viel Gutes für sein Land
that, hier zu gedenken ist eine Pflicht des Verfassers. Zu
seiner Regierungszeit erfreute sich Stadt und Land eines
gewissen Wohlstandes; da türmten sich im Osten Deutsch—
lands schwere Wolken auf. Im fernen Böhmen nahm der
verhängnisvolle 30jährige Krieg seinen Anfang. Bereits
1621 nahte sich dieser Krieg den Saarbrücken'schen Landes—
            
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