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Pfarrers Seidel, von welchem weiter unten die Rede sein
wird, nicht mehr gegeben.
Der Bauernkrieg ging an dem Dorfe gnädig vorüber,
dafür inscenierten die Völklinger selbst eine Bauernrevolte,
die zur Beurteilung der Zeitverhältnisse und der Gesinnung
der Hofbewohner sehr interessant ist. Die Bewohner waren
unzufrieden mit der Regierung des Grafen Johann III., sie
lehnten sich gegen die Anordnungen des Meyer auf, leisteten
keine Frohndienste mehr und riefen den Oberamtsgerichts-Vikar
des Bischofs zu Metz um Schutz und Hilfe an. Alles
Murren und alles Zürnen, alles Bitten und Flehen hatte
keinen Erfolg; die Folklinger Fröhner wurden mit Gefängnis
und anderen Strafen wieder zur Raison gebracht und endlich
„zu Gnaden wieder angenommen.“
Die Ruhe dauerte jedoch nicht lange, die Freiheitsideen,
genährt durch die Häupter des Bauernkrieges, stacken den
Folklingern einmal im Kopfe; 1571 brach eine förmliche
Revolution im Orte aus, die Folklinger hielten Ver—
sammlungen ab, in welchen sie erklärten, in Zukunft keinen
Frohndienst mehr zu thun, überhaupt kündigten sie dem
Saarbrücker Grafen den Gehorsam auf und dies wurde be—
kräftigt durch Verweigerung der Frohngelder und anderen
Abgaben. In den Waldungen schalteten sie nach ihrem Be—
lieben, kurz die graͤfliche Regierung hatte für eine Zeit lang
hier nichts mehr zu sagen. In einem Schreiben an die
bischöfliche Regierung in Metz wurden die Bedrückungen der
gräflichen Beamten geschildert, infolge dessen erließ der
Bischof verschiedene Bellis, Briefe und Amtsbefehle gegen die
Nafsauische Obrigkeit.
Graf Johann beschwerte sich hierüber mit dem Bemerken,
daß die bischöflichen Beamten, die Folklinger Unterthanen