Full text : Die Geschichte unserer Heimat

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lassen, so gab jeder demfelben 1 Maß Wein, der Krämer ein
Paar Handschuhe u. s. w.
„Der Schultheis befragt die Schöffen was weiter geschehen
soll? Die Schöffen weiset, man soll fragen Meyer, Büttel
und diejenigen, die den Maß gesodet haben, ob sie wissen,
was von Stoßen oder Schlagen oder Anderes so dabei vor—
gefallen.

Dan man das geandet, so fragt Schultheis, was fort
an soll zufangen? Der Schöff berede sich und spricht:
Wisse der Schultheis nit Meh zu thun, so soll er aufstan
und zu den Win gan, der Schöffen mit nehmen und es
ihm wohl bieten.“
Was würde man in gegenwärtiger Zeit sagen, wenn
bei jedem Markte in dieser umfständigen Weise verfahren
würde? Wahrlich, wenn manche so hin und wieder murren
sollten über die Einrichtungen die Jetzt sein, über Maß- und
Gewichtsrevisionen, über Beaufsichtigung der Beschaffenheit
unserer Lebensmittel, über die Kontrolle, betreffs richtigen
Gewichts, der denke an vergangene Zeiten, zu welchen man
noch ganz anders vorging.
Das gegenwärtige Verfahren, sei es auf gerichtlichem,
sei es auf dem Wege der Verwaltung, ist kurz und bündig,
zum Unterschiede von denen in alter Zeit. Die Regierung
der alten Zeit, das heißt in unserer Geschichte, die Herrschaft
Nassau-Saarbrücken suchte immer neue Steuern, neue Laften
und Beschwerden einzuführen. So mußten im Jahre 1422
die Besitzer der freien Hofstätten in Völklingen, wenn die
Gräfin Elisabeth hier übernachtete, die Frösche schweigen
machen „auf daß sie meyne Frawe nit weckent“, wie es in
der betreffenden Verfügung heißt, ferner mußten die Ein—
wohner je nach der Reihe den gräflichen Wagen begleiten,
            
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