11
Karls des Großen, überweist einem seiner Förster namens
Ado und dessen Genossen, die den Forsten in den Vogesen
—
und befreit sie von etlichen Leistungen.
Diese Urkunde (datum apud Pulkolingos) ist insofern
noch bemerkenswert, als in derselben von Abgaben berichtet
wird, welche an den Gaugrafen für den Saargau,
Odoaker“?) als koöniglichen Verwalter zu entrichten waren;
ferner, weil in denselben auch Abgaben erwähnt werden, die
an die Kirchen (Eeclesiastici) zu entrichten waren. Unter
diesen Kirchen können nach Lage der Sache nur die zu
Völklingen und die Kapelle zu Geislautern gemeint sein.
Interessant ist sodann auch die Thatsache, daß Volklingen
schon im frühesten Altertum die Ehre hatte ein vorüber—
gehender Aufenthaltsort für einen der fränkischen Konige
zu sein. Ludwig der Fromme war ein Freund der Jagd;
es scheint nun, daß sich Ludwig immer hier aufzuhalten
pflegte, wenn Jagden im Warnt stattfanden.
Die Gründung des Ortes dürfte im 6. Jahrhundert
geschehen sein; sicherlich gehört Völklingen zu den ältesten
Orten in der hiesigen Gegend. Als Gründer wird ein
Manne aus dem Stamme der Franken namens Pulko ge—
nannt; zu ihm gesellten sich bald andere, es wuchs eine
Gemeinde heran, die nach fränkischem Gebrauch den Namen
Fulkolingen erhielt. Die Endsilbe „lingen“ finden wir
bekanntlich in den Gegenden häufig vor, in welchen die
Franken sich seßhaft gemacht haben.
Völklingen ist seinem Ursprung nach echt deutsch. Be—
2) Odoalker emporte sich gegen den König Zwentobold, den Sohn
des deutschen Königs Arnulf im Jahre 897; infolge dessen verlor er
jeine Güter und Würden und damil den Hof zu Völklingen.