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hohen Grase kleine wilde Rosse, tummelten sich Hirsche und
Rehe. An den Sümpfen waren Wildschweine in großer
Zahl zu finden. Der Boden brachte, was sie zur Leibes Nahrung
und Notdurft gebrauchten. So rauh auch dieses Land war,
dem kernhaften Volke gefiel es; denn hier war es frei, hier
konnte es nach seinen Sitten und Gebräuchen leben. Und so
blieben denn die Germanen auf den einzelnen Läaäͤnderstrecken,
die sie als ihr Eigentum in Besitz nahmen. Jeder einzelne
Hausvater baute sich, fern von den anderen, aus gewaltigen
Stämmen schlicht und recht das Haus und umgab den Hof—⸗
raum mit Pfahlwerk; hier waltete er nach alter Sitte, wie
ein Priester Richter und Fürst seiner Familie.
Von Geschlecht zu Geschlecht wurde das Besitztum ver⸗
erbt, bis schließlich alle Erinnerungen an die ursprüngliche
Abkunft aus Asien verloschen waren, so daß die einzelnen
glaubten, sie seien auf dieser freien Erde geboren, die durch⸗
rauicht wurde vom Rhein, der Donan, der Elbe und Oder
und die da reichte von den Kusten der Ost⸗- und Nordsee
bis zu den Alpen.
Verschieden waren die Namen der einzelnen Stämme,
die in der Gesamtheit als Germanen bezeichnet wurden.
Das waren unsere Allvordern, welche die Römer als
groß, stark und schön schilderten. Keuschheit war bei
ihnen zu Hause, Einfachheit der Sitten und Freiheit erhielten
den Kindern die Kraft und die Eigentümlichkeit der älteren.
Weiß und rein war ihre Hautfarbe, in üppiger Fülle floß
das goldgelbe Haar bei Maͤnnern und Frauen hernieder und
aus den großen blauen Augen blickten Mut und Freiheitsstolz.
Kerker gab es nicht; die Leibeigenschaft als Strafe für gewisse
Verbrechen war ihnen schon bitier genug. Der Mann lebte nur
bom Kriege und im Frieden meistens nur dem edlen Weidwerke