legenen Höhen übersehen und die wir in einer Tageswanderung
durchstreifen können, wurde in vorchristlicher Zeit von dem
gallischen oder keltischen Volksstamme der Mediomatriker
bewohnt. Von dem bürgerlichen und religiösen Leben dieser
Kelten“) besitzen wir nur spärliche Nachrichten.
Sie hatten weiße Haut, blonde bis auf den Nacken
fallende Haare, über einem langen, wollenen Hemde trugen
sie eine Art Mantel, mit einer Hafte zusammengehalten, dazu
Beinkleider und Halbstiefel. Beliebte Schmuckgegenstände
waren silberne Gürtel, goldene Armbänder, Halsketten und
Ringe. Sie nährten sich von den Gaben des Feldes und der
Waͤlder, Früchte, Obst, Milch, Wildpret, ihr Getränk war
eine Art Gerstenbier, das sie Zyth nannten. Das Volk
wurde in 3 Klassen eingeteilt, in die religiöse der Druiden,
in die kaͤmpfende der Ritter und in die der arbeitenden oder
gemeinen Leute. Die oberste Verwaltung lag in den Haͤnden
des Senats, über Krieg und Frieden entschied die Volksver⸗
sammlung. Ihre Religion bestand in einem Naturgottes⸗
dienst mit Tier⸗ und Menschenopfern. Von den Liedern und
Gedichten ihrer Sänger, den Barden, ist nichts mehr auf uns
gekommen. Im letzten Jahrhundert der vorchristlichen Zeit
mußten die Kelten den siegreich vordringenden Germanen
weichen, die vom Gebirge Kaukasus herabgestiegen, nach den
Ländern des Abendlandes gezogen waren.
Nach langen Wanderungen kamen sie in einen unge—
heuren Wald, in welchem ihnen der riesige Ur, das Elenntier,
der Wolf und der Bäaär entgegensprangen. Auf den
Triften, die dem Sonnenlichte offen dalagen, weideten im
ü⸗ñi
*) Keltische Münzen sind bei Kleinblittersdorf, Merzig u. a. Orten
gefunden worden; auch hat man wiederholt Grabhügel entdeckt, die
zweifellos keltischen Ursprungs find.