128
Zeitläufe hin, ohne sie so stark wie die Bewohner der größeren
Orte in den umliegenden Thälern, z. B. im Köllerthal zu
treffen. Wenigstens ist darüber hier nichts mehr bekannt.
Erst die für das ganze Saarbrücker Land so trüben und un—
heilvosllen Tage der französischen Okkupation gegen Ende des
vorigen Jahrhunderts bald nach der französischen Revolution
brachten auch für diese Ortschaft unliebsamen Besuch der
Feinde, Plünderung, Raub und Brand. Wie sich indessen
bei Gelegenheit die Einwohner der ungebetenen feindlichen
Gäste und auch späterhin der zu ihrer Verjagung gekommenen
„Freunde“, der Russen besonders, zu erwehren wußten, be—
zeugen noch heute im Volksmunde lebende Erzählungen über
damalige Dorfeingesessene (z3. B. über den Holzer Einwohner
Nikol. Maurer, gen. „Hierwelkloos“).
Groß war jedenfalls die Freude auch der Einwohner
von Holz, als es den verbündeten Truppen der Preußen,
Russen und Oesterreicher endlich gelang, die Feinde für immer
zum Lande hinauszutreiben, und das frühere Fürstentum
Saarbrücken im zweiten Pariser Frieden (1815) an Preußen
fiel. Unter der Herrschaft des preußischen Arms blühte wie
das ganze Saarbrücker Land, so auch unser Ort Holz wieder
auf; ihrer dankbaren Anhänglichkeit an das preußische Vater—
land und Herrscherhaus, wie ihrer alten Schlagfertigkeit und
ihren Mut haben die Holzer zu einem großen Teil dann in
den Feldzügen gegen Dänemark, Oesterreich und besonders
Frankreich 1870,71 zu zeigen hinlänglich Gelegenheit gehabt.
Noch weilen in unserer Mitte so manche Veteranen aus
jenen großen, unvergeßlichen Tagen, wo auf Frankreichs
blutgetränkten Schlachtfeldern das deutsche Vaterland geeinigt
und stark wie nie zuvor erstanden ist, und gerne hört die
Jugend immer und immer wieder die Erzählungen der