113
Ludweiler 61 reformierte, J1 lutherische und 3 katholische
Haushaltungen. Im Jahre 1756 standen hier 74 Häuser,
1 Kirche und 1 Schulhaus. Gemeindsmänner waren im
Orte 62, 5 hatten ihre Haushaltungen übergeben, Hinter—
sassen gab es nicht. Die Einwohner waren nicht Leibeigene,
bezahlten aber ein ständiges Frohngeld und andere land—
übliche Abgaben.
Das Dorf bildete eine eigene Meyerei, sein Bann
grenzte an Geislautern, Wehrden, Wadgassen (große Scheidt—
wald) und war sonst ganz vom Warntwald umschlossen;
Gemeindewald, noch sonstige Länderereien besaß es nicht.
Die Gemeinde besaß keine Einkünfte außer den Einstands—
geldern neuaufgenommener Gemeindsmänner. Den Ein—
wohnern war Beholzigung, Langhalm und Schmalz-—
weide im Warnt zugestanden. Auf dem Bann lag ein
großer herrschaftlicher Weiher, mit welchem 1630 Andreas
von Lochau, Oberforstmeister belehnt war, — und eine Mühle.
Im Dorfe wurde ein Zoll erhoben. Von allen Zehnten zog
die Herrschaft »8 der Pfarrer s; der kleine Zehnte bestand
in Hanf, Flachs Lammer Bienen, Ferkeln Rapssamen, Welsch—
korn, Hirsen und Tabak; der große Zehnte in Korn, Hafer
und Gerste. Bei der Katasterierung 1810 erhielt Ludweiler
einen Teil des Warntwaldes zugeteilt — Im Jahre 1628
erschoß ein Kaufmann aus Ludweiler namens Lamberbung (72)
einen franzosischen Edelmann der hei ihm übernachtet hatte.
L. entfloh und konnte nicht erwischt werden. Die Einwohner
des Ortes beschaästigen sich teils mit Acker- und Feldbau, teils
sind sie als Bergleute Ind Hüttenarbetter thätig. Die evan—
gelische Kirche, ein schmuckes Gotteshaus und die daneben be—
ändliche seit 1897 neuerbaute Pfarre gereichen dem Orte zu
zroßer Zierde; beide Gebäude beweisen, daß die Gemeinde