Full text : Geschichte der evangelischen Gemeinde St. Johann zu Saarbrücken zur 200 jährigen Erinnerungs-Feier der am 24. Juni 1727 erfolgten Einweihung der alten Kirche

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und ein Dach über der Uhr, ferner „dem katholischen Glöckner
vor verschiedenemals abgelangtes Baumöl, die Glocken zu schmieren.“
Danach scheint es, daß der Turm und die Glocken der
nunmehr katholischen Kirche noch weiter von der evangelischen
Gemeinde benutzt wurden. Aber der Notstand, daß die Gemeinde
kein eigenes Gotteshaus hatte, machte sich immer dringender fühlbar.
Am 6. Dezember 1723 starb der Graf Karl Ludwig. Da
seine beiden Söhne in früher Jugend gestorben waren, so ging
die Regierung auf seinen Vetter und Schwiegervater, den Grafen
Friedrich Ludwig von Ottweiler, über, der bereits im 73.
Lebensjahre stand. Er hatte in seiner Grafschaft Ottweiler durch
den Bau von Kirchen in Neunkirchen und Dörrenbach seine Sorge
für die religiösen Bedürfnisse seiner Untertanen betätigt. Daher
durften die evangelischen Bewohner in St. Johann, die ihre Kirche
schmerzlich entbehrten, von dem Grafen, der sich selbst den Ehren⸗
namen „Der Kirchenbauer“ zugelegt hat, die Förderung ihrer
Wünsche erwarten. Noch ehe Graf Friedrich Ludwig die Re—
gierung in Saarbrücken selbst angetreten hatte, richteten sie eine
Bittschrift an den Grafen, deren Entwurf in dem Stadtarchiv von
Saarbrücken erhalten ist. Sie lautet:
„Hochgeborener Herr!
Gnädigster Graf und Herr!“
„Ew. hochgräfliche Gnaden haben zu dero unsterblichem Ruhm
hiesiges Kirchen-, Pfarr- und Schulwesen bishero in also gnädigstes
Obacht und Versorgung gezogen, daß zu Beförderung des lieben
Gottesdienstes keineswegs einiger Mangel mehr vorhanden, welche
gottgefälligen Werke dann auch hiernächst göttlichen Lohn deroselben
reichlich einernten werden. Annebst ist Ew. hochgräflichen Gnaden
gnädigst erinnerlich, dafß; bey vormaligen Religions-Troubles der
Stadt und armen Burgerschast zu St. Johann dortige Kirche von
denen Katholiken empfindlichst entzogen worden, die nunmehr
schwerlich wird wieder zurückgebracht werden, welches aber umb
so mehrers gewünscht wird, als bey kalter Winters- auch Regen—
zeit die vielen alten Leute und Kinder aus St. Johann wegen
weiten Weges den Saarbrücker Gottesdienst und liebe Beistunden
leyder aus Schwachheit öfters versäumen müssen. Wann nun aber,
            
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