Full text : Geschichte der evangelischen Gemeinde St. Johann zu Saarbrücken zur 200 jährigen Erinnerungs-Feier der am 24. Juni 1727 erfolgten Einweihung der alten Kirche

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von Metz an der Kirche zu St. Johann anschlagen, in welchem
dieser seine baldige Ankunft ankündigte. Am 28. Mai erschien
der Bischof auch, stieg beim Ochsenwirt in St. Johann ab und
schickte den Prior von Gräfintal zur Gräfin-Witwe Eleonore
Klara, um ihr seinen Besuch anzukündigen. Er bat die Gräfin,
eine der Kirchen in beiden Städten den Katholiken einzuräumen.
Als dies verweigert wurde, nahm er die gräfliche Zehntscheuer in
St. Johann in Besitz und ließ in Gräfintal den nötigen Ornat
holen. Am andern Tage besuchte er die Kirche in St. Arnual,
die er hatte öffnen lassen. Am nächsten Tage, am Himmel—-fahrtsfest,
 ließ er in dem zur katholischen Kapelle geweihten Ge—
bäude in St. Johann die Messe lesen. Der französische Intendant
La Goupillidre ließ ausschellen, wer katholisches Gesinde habe,
müsse er bei Strafe in die Messe schicken.
Da die alte Pfarrkirche zum hl. Ludwig () in Saarbrücken!)
in die Hände der „Irrgläubigen“ gefallen und deshalb als diruta
(zerstört) anzusehen sei, so übertrug der Bischof von Metz das
Saarbrücker Pfarramt auf die neuhergestellte Kapelle zu St. Johann
und gab dieser jetzt zur Pfarrkirche erhobenen gottesdienstlichen Stätte
als zweiten Patron den hl. Ludwig. Zur Dotation des Pfarramts,
das einem Jesuiten aus Bockenheim (Saarwerden) übertragen
wurde, gewährte Ludwig XIV., da nach dem Westfälischen Frieden
alles Kirchengut den Lutherischen zugefallen war, das gesetzlich
vorgeschriebene Gehalt von 300 Franken. Im folgenden Jahre
bewilligte der König ein weiteres Gehalt von 350 Franken mit
der Verpflichtung für den Pfarrer, nichts von den Pfarrkindern
zu nehmen.
Kein Geringerer als die allerchristlichste Majestät selbst hörte
drei Jahre später in dieser Kapelle die Messe. Am 6. Juli 16883
kam König Ludwig XIV. mit der Königin, dem Dauphin,
dem Herzog von Orleans und großem Gefolge hier an. Der
Konig übernachtete im Schloß, der Herzog in der Stadt Saarbrücken,
das Gefolge in beiden Städten, und die begleitenden Truppen

) Die Schloßlirche war dem hl. Nilolaus geweiht.
            
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