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Mittlerweile hatten die Kaiserlichen zwei Brücken über die
Saar geschlagen und beschossen das Schloß aus zwei Batterien
von St. Johann und von der Saarbrücker Seite aus. Durch
den Widerstand und die Brandstiftung der Franzosen erbittert,
warfen sie schließlich am 18. Feuerkugeln in das Schloß, nötigten
die Besatzung zur Übergabe und verübten unter den Brandstiftern
ein gräßzlliches Gemetzel. Die Gräfin Eleonore Klara war fast
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worden und kaum dem Tode entronnen. Der Herzog legte eine
starke Besatzung ins Schloß sowie nach St. Johann und rückte
mit seiner Armee nach Lothringen vor.
In Saarbrücken sah es jetzt öde und traurig aus; alle
Häuser, mit Ausnahme von 6 massio aus Stein erbauten, lagen
in Asche und Schutt. Von der Schloßkirche war Dach und
Turm abgebrannt, das Schloß war zur Hälfte vom Feuer zerstört;
die Straße im Rauschental war ebenfalls niedergebrannt. Zu den
vom Feuer verschont gebliebenen Häusern gehörte das Gymnasial—
gebäude, das vereinzelt stand, und einige Häuser adeliger Familien;
auch einige kleine Häuser in der Vorstadt vor dem Markttore
waren noch übrig.
Die Einwohner hatten sich gleich beim Brande nach allen
Seiten hin geflüchtet und irrten von allem entblößt und dem
Elend preisgegeben umher. Manche von ihnen kehrten nicht mehr
zurück; einige starben vor Schrecken und Entbehrung, andere
ließen sich auswärts nieder, und noch 40 bis 60 Jahre später
fand man heimliche Verstecke, in welchen einige nicht wiedergekehrte
Flüchtlinge ihre Habseligkeiten verborgen hatten. Wieder andere
hatten sich in die benachbarten Dörfer geflüchtet und fanden später
in St. Johann einen Aufenthalt. So hatte denn jetzt, nachdem
die beklagenswerten Bürger alle Bedrängnisse des dreißigjährigen
Krieges getragen, sie noch das furchtbare Geschick getroffen, das
viele unserer Nachbarstädte schon früher hatten erleiden müssen.
Wie gar verödet und leer damals Saarbrücken war, kann man
daraus entnehmen, daß bei der am 6. Juni vorgenommenen
Erneuerung der Stadtämter nur der Meier, Ulr. Blank, der
Büttel und der Schütz aus der Zahl der noch übrigen Bürger