Full text : Geschichte der evangelischen Gemeinde St. Johann zu Saarbrücken zur 200 jährigen Erinnerungs-Feier der am 24. Juni 1727 erfolgten Einweihung der alten Kirche

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4. Die Reunionszeit und der Kirchenraub.

Nur langsam vermochten sich die verarmten Städte von dem
Kriegselend zu erholen, und es dauerte viele Jahre, bis die
Spuren der ausgestandenen Leiden einigermaßen verwischt waren.
Schweden und Kaiserliche, Lothringer und Franzosen hatten
nacheinander die Städte besetzt gehalten und von dem Gut der
Bürger gelebt, Brandschatzung und andere Bedrückung verübt.
Die Wohnhäuser waren verfallen und zum Teil verbrannt, auch
die Mauern, Tore und städtischen Gebäude waren keils zerstört,
teils in sehr schlechtem Zustande und bedurften einer Ausbesserung.
1659 befahl die Herrschaft der Stadtbehörde, die verfallenen
Mauern wieder herzustellen, aber es fehlte an hinreichenden Mitteln,
da der Graf Johann Ludwig notgedrungen den Städten ihren
Anteil an den Ohm- und Salzgeldern entzogen hatte.
Graf Gustav Adolf, dem bei der Erbteilung mit seinen
Brüdern die Grafschaft Saarbrücken zugefallen war, war redlich
bemüht, wie dem ganzen Lande, so auch den Städten wieder aufzuhelfen.
Er ließ Verzeichnisse der ausgewanderten Bürger aufsetzen und sie zur
Rückkehr auffordern. Um neue Bewohner in die verödeten
Städte zu ziehen, verordnete der Graf am 9. Februar 1664, daß
von dem Einzugs- und Zunftgeld, das beim Eintritt Fremder in
die Bürgerschaft entrichtet werden mußte, einige Jahre lang ein
Drittel nachgelassen und denen, welche ruinierte oder neue Hãäuser
aufbauten, 5, 6 und mehr Jahre Befreiung von Real- und
Personallasten gewährt werden könne. Diese Erleichterung bestand
bis 1679. In der Tat finden sich seit dieser Zeit in unsern
Städten eine Reihe von neuen Namen, deren Träger damals
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