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(d. h. das Schloß) durch die Lothringer fast gänzlich demantelirt
und in solchen Stand gesetzt sei, daß es beinahe nicht zu bewohnen, daß
sie die Stadtmauern und Wehren an beiden Städten Saarbrücken
und St. Johann an verschiedenen Orten niedergerissen und Breschen in
dieselben gemacht, hernach aber die zu St. Johann wiederum
etlicher Massen ergänzt und dieser Ort von den Lothringern
besetzt, aber im September 1644 von den Franzosen genommen
worden sei, und daß die Kosten der Unterhaltung der Garnison
sich monatlich auf mehr als 1000 Livres beliefen. Darauf erging
eine königliche Ordre an den Kommandanten, daß er keine
Kontribution von den Einwohnern erheben dürfe. Die Folge
davon war, daß dem Meier, dem Bürgermeister und den Gerichts—
herren 4 bis 6 Mann Einquartierung ins Haus gelegt wurden.
Die französische Garnison blieb bis zum Jahre 1650 in Saarbrücken.
Bei der am 20. Mai 1646 vor Oberamtmann Philipp Georg
von Piesport, dem Rat Johann Georg Pfeiffer und dem Schultheiß
Bernhard Wölflin geschehenen Ersetzung der Stadtämter wurde von
Piesport vorgeschlagen, zum Meier einen solchen Bürger zu wählen,
welcher der französischen Sprache völlig mächtig sei. Samuel Bruch,
Gerichtsschöffe, erbot sich dazu, wenn er der Kontribution und seiner
Gerichtsstelle entledigt würde. Das Gericht wollte ihn aber der letzteren
nicht entledigen, da er als ältester Gerichtsschöffe viele Erfahrungen
habe; doch nach einigem Kapitulieren wurde ihm zugesagt und das
Amt übertragen.
Den Schluß dieser schier endlosen Durchmärsche machte der
berühmte Turenne, der am 6. Oktober mit einem starken Heere
und vielem Geschütz ankam und in St. Johann sein Hauptquartier
aufschlug. Am 8. brach er wieder auf. nachdem er an Früchten
und Futter großen Schaden getan; auch wurden etliche Häuser
in beiden Städten gänzlich ausgeplündert. Für die französische
Garnison in St. Johann mußten die Saarbrũcker das Brot backen,
wodurch sie sich sehr beschwert fühlten.
Die Gräfin Anna Amalia lebte unterdessen in Ottweiler,
da fast alle ihre Einnahmequellen versiegt waren, in geradezu
ärmlichen Verhältnissen.