den Grafen Johann Ludwig, um die Regierung zu übernehmen
und den Bürgern mit Rat und Tat beizustehen.
Die französische Armee machte indessen immer größere Fortschritte.
Im Herbst 1644 zog General Magalotti mit einem an—
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von wo er den Obersten Baron Saint Aumont mit einem Detachement
von 200 Reitern und 100 Mann Fußvolk gegen unsere Städte
abschickte; dieser rückte Sonntag den 22. September 1644 nachts
vor St. Johann und forderte den Platz sogleich auf. Der loth—
ringische Kommandant, Leutnant Dubois, wollte sich anfangs zur
Wehr setzen, bedachte sich aber bald eines andern und bat den
auffordernden Offizier und Trompeter, sich bis zum Tagesanbruch
zu gedulden, da er dann abziehen wolle; dies wurde bewilligt,
worauf die Lothringer Montag Morgen mit Hinterlassung ihrer
Gewehre nach Homburg abmarschierten.
Graf Johann Ludwig war dem Obersten St. Aumont
entgegen geritten, ersuchte denselben, gute Ordnung zu halten, indem
er ihm vortrug, daß man von der Krone Frankreich die Neutralität
für das Land erhalten habe, und bat, keine Besatzung einzulegen.
Ersteres versprach der Oberst, bemerkte aber: „weilen er von seinem
Feind Garnison zu St. Johann gefunden, müsse er auch Garnison
daselbst einlegen, maßen seines Königs Dienst dies erfordere“.
Ungeachtet des gegebenen Versprechens ließen sich die Reiter nicht
abhalten, beim Einrücken in St. Johann Unfug durch Plündern
und Rauben zu verüben. Abends zog der Oberst mit der Reiterei
ins Lager bei Wallerfangen ab und ließ 50 Mann Fußvolk zur
Besatzung in St. Johann zurück.
1645. Die fortwährenden Kriegslasten, welche die Garnison
zu Saarbrücken verursachte, bewogen die Gräfin Anna Amalia zu
Anfang des Jahres 1645, einen Abgeordneten nach Paris zu
schicken und um die anderweitige Unterhaltung der Garnison zu
bitten; auch gab sie ihrem Rat und Oberamtmann der Herrschaft
Lahr, Philipp Streuf von Leuenstein, Instruktion, wie derselbe bei
dem französischen Residenten zu Straßburg die nötigen Schritte zu
demselben Zwecke tun sollte. In ihrem Schreiben d. d. Ottweiler,
den 5. Februar 1645, erwähnte sie, „dafz das Haus Saarbrücken