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verwilderten Äcker sähen, so würden sie gewiß erbärmliches Mitleid
haben und nicht beide Städte gänzlichem Untergang weihen wollen.
Es wurde aber durch diese Eingabe nur erreicht, daß die
wöchentliche Kontribution von 300 fl. auf die Bürgerschaft nach
dem Vermögen umgelegt wurde.
Am 1. Juni 1640 schrieben Meyer, Gericht, Bürgermeister
und Zugeber beider Städte an Rat Pfeiffer nach Metz, daß infolge
der langen Abwesenheit des Grafen bei den alten Dienern, Bürgern,
Offizieren und Soldaten allerhand „imaginationes“ Platz
griffen. Die Beamten wollten ihre Ämter nicht länger administrieren,
fondern deren quitt sein, da wenig Dank dabei zu erwerben sei;
die Bürger klagten über Kontributionen und sonstige Kriegsbe—
schwerden. Die impatientia sei großz, da sie von jedermann
verlassen seien. Sie regten an, daß die Landbewohner den Städten
zu Hilfe kommen könnten, und ließen den Grafen bitten, seine
Ankunft zu beschleunigen.
Diese Bitte sollte nicht in Erfüllung gehen: am 22. August
dieses Jahres starb Graf Wilhelm Ludwig in Metz im Elend.
1641. Nachdem die Kriegsstürme sich etwas gelegt hatten,
fand sich der Oberamtmann Philipp von Piesport im März 1641
in Saarbrücken wieder ein, und auch die Gräfin-Witwe Anna
Amalia wagte es, Metz zu verlassen und in ihr Land zurückzu—
kehren. Sie nahm vorläufig, weil Saarbrücken damals noch mit
kaiserlichen Truppen besetzt war, ihren Sitz in Ottweiler, wo sie
am 11/21. September 1641 anlangte.
In derselben Zeit verbreitete sich die Nachricht, daß Kaiser
Ferdinand III. dem Herzog von Lothringen die Grafschaft
Saarbrüchen und die Festung Homburg als Pfandbesitz überlassen
habe. Wirklich zogen auch die Regimenter des Obristen Gordon
in den ersten Tagen des Oktobers aus Saarbrücken und Homburg
ab, und lothringische Truppen rückten an ihre Stelle. Die
mancherlei Bedrückungen der lothringischen Beamten und die
Durchzüge der verschiedenen Truppenteile mußz ich übergehen.
Am 16. Februar 1643 trafen einige Kapuziner aus Worms
hier ein, welche dem Kommissarius Simon ein Schreiben von der
lothringischen Herzogin behändigten, des Inhalts, man solle den