Full text : Geschichte der evangelischen Gemeinde St. Johann zu Saarbrücken zur 200 jährigen Erinnerungs-Feier der am 24. Juni 1727 erfolgten Einweihung der alten Kirche

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besonders in St. Johann, abgegangen. Man sei vertröstet worden,
daß beide Orte, unter Aufrechthaltung ihrer Freiheit, nur mit 100
Mann und einem Kapitän als Kommandanten belegt werden
sollten. Doch seien bald an 190 Kranke mit Oijfizieren und
Dienern hereingewiesen worden; dazu sei ein lothringisches
Regiment unter Oberst Maillart einquartiert worden, dessen Offiziere
und Soldaten außer Beköstigung monatlich an 1200 Gulden
erhalten; die Soldaten hätten alle Vorräte und Mobilien aus
dem Schlosse geraubt, den Bürgern sei ihr Ober- und Seiten⸗
gewehr abgefordert worden. Kaum seien etliche zwanzig Stück
Vieh zur Unterhaltung der Kinder übrig geblieben.
Man habe dies dem Generalkommissarius Freiherrn von
Walmerode geklagt; dieser habe sie vertröstet, daß die Kranken
anderwäris untergebracht, die Lothringer abgeführt und beide
Städte mit einer kaiserlichen Garnison versehen werden sollten.
Die Kranken seien aber nur zum Teil entfernt worden und anstatt
der Maillartschen der Generalwachtmeister und Oberst Wangler
mit seinem Regiment gekommen, obwohl nicht mehr als 100 Malter
Früchte im Vorrat gewesen und der Winter vor der Türe gestanden.
Viele Bürger seien aus Hunger, Kummer und an Krankheit
gestorben. Meyer und Bürgermeister seien an andere Bürger
auszuweichen gedrungen worden. Wangler habe zwar das Un—
vermögen eingesehen, aber doch hätten die Bürger nur durch Versatz
ihres Gutes die Kosten aufbringen können. 385888 fl. seien in
24 Wochen ausgegeben worden. Aus Mangel an Brennholz
habe man Häuser niedergerissen und damit an 15000 Reichstaler
Schaden getan ohne Botenläufe, Verehrungen, Gage und sonstige
Kosten. Darauf sei das Gordonische Regiment eingezogen. Diese
hätten das Niederreißen fortgesetzt, sodaß an 150 Wohnhäuser
und 80 Ställe daniederlägen. Die Kontribution habe anfangs
wöchentlich 525 fl., später 402 fl., dann, als ein Teil des Regiments
nach Bockenheim verlegt worden, 340 fl. und schließlich 230, im
ganzen 23888 fl. betragen.
Wenn die Generäle die vielen armen Leute, darunter frühere
Herren- und Kirchendiener und sonst wohlhabende Leute, das
—A
            
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