Full text : Geschichte der evangelischen Gemeinde St. Johann zu Saarbrücken zur 200 jährigen Erinnerungs-Feier der am 24. Juni 1727 erfolgten Einweihung der alten Kirche

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vermutlich Gonzaga — 26 Rthlr. Item dem Leutnant (dem
Prinzen von Modena) 12 Rthlr.“ Später wurde diese Summe
auf 179 Personen oder Haushaltungen verteilt, doch blieben noch
lange Zeit Rückstände.
Die französische Besatzung mochte sich nun zu schwach fühlen
und räumte wohl gegen freien Abzug die Stadt, welche sofort von
den Kaiserlichen besetzt wurde. Die Franzosen müssen in den
ersten Tagen des Oktober abgezogen sein, denn am 16. Oktober 1635
schrieb der kaiserliche Generalkommissar Freiherr Reinhard von
Walmerode aus Biedersdorf bei Doise (Dieuze) an die „Wohl⸗
edlen, Gestrengen, Edeln, Ehrenvesten und Hochgelehrten, sonders
geliebten Herrn und Freunde, Beamte der Grafschaft Nassau—
Saarpruikh“ und ersuchte sie um eine Aufstellung der Gefälle und
Einkünfte genannter Grafschaft, indem er verbot, von diesen Ge—
fallen etwas zu verwenden, „bis Ihre Kaiserliche, auch zu Hungarn
und Böheimb Königliche Majestät darüber verfügt habe“. Bei
der gänzlichen Verwüstung des Landes waren die Renten und
Gefälle sehr gesunken; 1637 betrugen sie nur 340 fl. „Auf den
Dörfern ist fast niemand mehr, sondern die Untertanen teils ver—
storben, teils aus dem Lande entwichen, sich Hungers und der
Soldateska Insolenzien zu erwehren,“ heißt es in einem gleich⸗
zeitigen Berichte. Es ist ja genugsam bekannt, wie damals die
entmenschten Horden unter den friedlichen Bewohnern hausten.
Übrigens sah es auch in unsern Städten traurig genug aus.
Die Vorstädte waren abgebrannt, Pest und Auswanderungen
hatten die Bürger dezimiert. „In beiden Städichen,“ heißt es in
demselben Bericht, „sind jetztmals nit mehr als 70 Bürger und
diese ganz ruiniert.“ 1638/39 zählte man in Saarbrücken nur 5
Geburten, in St. Johann nur 2, während 1624 in Saarbrücken
84, von 1621 bis 1630 durchschnittlich 70 Geburten jährlich
angemeldet wurden. Statt eines friedliebenden Landesherrn und
zahlreicher Beamten, welche der Bürgerschaft Nahrung und Verdienst
brachten, lag ein schroffer Kommandant im Schloß und eine
insolente Soldateska in der Stadt, welche die Vorräte der Bürger
aufzehrten, ohne die mindeste Gewerbtätigkeit zu befördern. Unter
diesen Umständen hoben am 24. Dezember 1635 die gräflichen
            
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