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Saarbrücken eine Besatzung zurück und eillen zum Entsatze von
Zweibrücken und Mainz. Gallas zog sich eilig zurück, verwüstete
das Land vor und hinter sich, um dem Gegner die Mittel zum
Unterhalt des Heeres zu entziehen, und erreichte so seinen Zweck
leichter als durch Kämpfe. Die beiden Feldherren konnten sich in
Mainz nicht lange behaupten; Hunger und Pest dezimierten ihre
Truppen, dabei mußten sie fürchten, durch Gallas abgeschnitten zu
werden, welcher eine Bewegung gegen die Saar machte, um
Saarbrücken wegzunehmen und so ihren Rückzug nach Lothringen
zu bedrohen. Bernhard und La Valette verließen also Mainz und
eilten über Kreuznach, Sobernheim, Oberstein, Birkenfeld und
Wallerfangen nach Metz, hart von Gallas verfolgt, welcher Waller⸗
fangen mit Sturm nahm, die Stadt plünderte und die schwedisch—
französische Besatzung zu Gefangenen machte. Herzog Bernhard
erreichte mit Mühe am 28. September Metz.
Unterdessen war am 26. September 1635 der Marquis von
Cressac mit Reiterei von Metz abgegangen, um der Besatzung zu
Saarbrücken zu Hilfe zu kommen, und kaum war er am 28. in
Saarbrücken angelangt, als 6000 kaiserliche Dragoner, Kroaten
und Ungarn unter dem Befehl des Marquis von Gonzaga
anrückten.
Am 30. September aber nahmen die Kaiserlichen
St. Johann mit Sturm. Es lag also hier ebenfalls eine
schwedisch-französische Besatzung, die sich indessen gegen die Über—
macht in diesem Platze nicht halten konnte und sich nach
Saarbrücken zurückzog. Es wird erzählt, daß die Einwohner von
St. Johann sich sämtlich in die Kirche flüchteten bis auf einen
jungen Burschen, der wegen Krankheit das Bett nicht verlassen
konnte. Dieser wurde von einem Soldaten erstochen, den übrigen
Bewohnern aber wurde gegen eine Brandschatzung von 1625
Reichstalern (nach einer andern Nachricht 3672 Rtlr.) Leben und
Eigentum zugesichert. Es waren 81 Personen, welche in aller
Eile das Geld zusammenschossen. Für den Pfarrer mußte ein
besonderes Lösegeld gegeben werden: „Wegen des Pfarrers
Rüdinger Ranzion ist gegeben worden: dem Quuartiermeister
6 Dukaten oder 12 Reichsthaler. Item dem Herrn Grafen —