Full text : Geschichte der evangelischen Gemeinde St. Johann zu Saarbrücken zur 200 jährigen Erinnerungs-Feier der am 24. Juni 1727 erfolgten Einweihung der alten Kirche

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durch eichene Röhren das Wasser vom Bruchwaschgraben hinein⸗
geleitet hatten, machten das Gewässer nutzbar, indem sie junge
Fische hineinsetzten.
Doch im folgenden Jahre 1618 kam der Krieg in Böhmen
zum Ausbruch und da er bald auf die benachbarte Pfalz übergriff,
so näherte sich die Kriegsgefahr unsern Grenzen.
Im Sommer 1620 war Spinola mit 24000 Spaniern aus
den Niederlanden und im folgenden Jahre Tilly mit ligistischen
Truppen aus Böhmen herangezogen, um in die Erbländer des
Winterkönigs einzufallen, wobei auch die Gebiete seines Verwandten,
des Pfalzgrafen Johann II. von Zweibrücken, nicht verschont
blieben. Graf Ludwig, der sich in keine Waffenverbindung mit
dem Kurfürsten eingelassen, brauchte zwar vorderhand feindliche
Behandlung nicht zu fürchten, doch vernahm man mit Schrecken
die Verwüstungen jener rohen Horden, welche selbst die neutralen
Länder nicht verschonten, und sah mit bangen Erwartungen der
Zukunft entgegen. Magister Philipp Schröter, Rektor des Gymna⸗
siums zu Saarbrücken, begann sein Tagebuch vom Jahre 1622
mit folgendem Chronostichon:
horreMvs DVras ppgnaCesquVe hIspanl cetras,i)
womit er auf den befürchteten Einbruch der Spanier hin—
deuten wollte.
Auf den ersten Januar 1622 hatte Graf Ludwig wegen
der sorgenvollen kriegerischen Zeit einen allgemeinen Buß⸗ und
Bettag angeordnet. Dieser wurde, wie Andreae berichtet, in
Saarbrücken an diesem besagten Tage mit drei Predigten, dem
Toe Deum laudamus und anderen Gesängen, von frühem
Morgen bis in die Nacht feierlich begangen, wobei jung und alt
gefastet. Auch wurde in dieser ersten Woche jeden Tag eine
Predigt gehalten, zur Buße und Besserung und zum Almosengeben
ermahnt. So glaubte man durch Gebet und andere kirchliche
Handlungen den Zorn des Himmels abwenden und die Gemüter
beruhigen zu können. Aber man bereitete sich auch vor, Gewalt
mit Gewalt abzuwehren.

1) Wir fürchten die hartherzigen und kampflustigen spanischen Scharen.
            
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