41 —
3. Der dreißigjährige Krieg.
Im Anfange des 17. Jahrhunderts befand sich das städtische
Gemeinwesen in blühendem Zustande. Die Zahl der Bürgerschaft
hatte beträchtlich zugenommen und steigerte sich gerade noch in den
ersten Kriegsjahren, da viele Umwohner hinter den Mauern der
Städte Schutz suchten. Die Stadtprotokolle melden ununterbrochen
aus dieser Zeit von Bürgeraufnahmen,) Abgabe von Bauplätzen,
Anlage neuer Gärten, Urbarmachung von Feldern, Verbesserung
der Wege, ferner von Bauten an Türmen, Toren und Stadt⸗
mauern. Während wir die Bevölkerung von Saarbrücken im
Jahre 1542 auf nur 1000 Seelen, die von St. Johann zu
derselben Zeit auf 450 Seelen schätzen konnten, befanden sich nach
einer amtlichen Aufstellung, die im Jahre 1628 zwecks Teilung
der nassauischen Länder gemacht wurde, in Saarbrücken 281 Häuser
und 2732 Seelen,s) in St. Johann 184 Häuser und 1826
Seelen; die Bevölkerung hatte sich somit, wenn wir oben richtig
geschätzt haben, in 80 Jahren verdreifacht. Unter dem Pfluge
waren in Saarbrücken 1882 Morgen Ackerland, dazu kamen
686 Morgen Wiesen und 1866 Morgen Wald. St. Johann
besaß 1800 Morgen Ackerland, 840 Morgen Wiesen und 2878
Morgen Wald. Die städtischen Finanzen waren in gutem Zustande.
1) 1578 wurden 12 neue Bürger an einem Tage aufgenommen. Das
Aufnahmegeld wurde 1677 von 2 auf 6 Gulden, 1601 auf 12 Gulden erhöht.
2) Nach Andreae befanden sich 1628 in Saarbrücken 291 bürgerliche
Haushaltungen ohne die Beamten und die Hofdienerschaft, in St. Johann 203
„ganze und halbe Ehen durcheinander“.