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Wenige Monate später, am 23. November 15741), wurde
Graf Johann IV. zu seinen Vätern versammelt, und Graf
Philipp III., der protestantisch erzogen war und in Jena studiert
hatte, wurde sein Nachfolger in der Grafschaft Saarbrücken.
Am Neujahrstage 1575 ließ er in allen Kirchen des Landes das
Evangelium predigen und die Messe abstellen; der Hofprediger
M. Gerhard Beilstein wurde mit der Visitation der Gemeinden
betraut. Wenn die Pfarrer sich zur Augsburger Konfession bekannten,
wie in Saarbrücken und St. Johann, so wurden sie beibehalten,
andernfalls evangelische Prediger eingesetzt.
Gleichzeitig wurden die Pfarrverhältnisse neugeordnet und
das Einkommen der Prediger, wo es nötig schien, erhöht. Dem
Pfarrherrn zu St. Johann sollten „uff beschehen Anhalten“ zu
seiner früheren Besoldung 15 Gulden von der Bruderschaft zu
St. Johann und vom Stift St. Arnual 5 Malter Weizen, 5 Malter
Korn und 8 Malter Hafer geliefert werden. Sein Gesamtein—
kommen betrug im Jahre 1581: 45 Gulden, 20 Malter Weijzen,
20 Malter Korn, 20 Malter Hafer, 2 Viertel (50) Fische,
24 Kapaunen und 20 Hühner. Hierzu kam freie Wohnung,
Kasualien (Gebühren für außergewöhnliche Amtshandlungen wie
Taufen, Trauungen und Beerdigungen) und wohl auch freies
Holz. Damit erst war eine besondere Pfarrei in St. Johann
begründet. Die Kirchenfabriken (Kirchenbauvermögen) wurden in
ein Corpus, die spätere Kirchenschaffnei, zusammengezogen,
damit die einzelnen Pfarreien bei Bau und Ausbesserung von
Kirchen und Pfarrhäusern einander helfen könnten.
Über die ersten evangelischen Pfarrer haben wir nur einzelne
Nachrichten. Der Superintendent Gebhard Beilstein waltete bis
zum Jahre 1613 seines Amtes. Unter ihm wirkte in Saarbrücken
1) Auf seinem Grabmal in St. Arnual steht die Jahreszahl 1573, doch
ist dies offenbar ein Fehler des Steinmetzen, da die obige Verordnung des
Grafen das Datum 28. Juli 1574 trägt. Auch noch andere Zeugnisse liegen
vor. Vergl. meine Geschichte der Grafschaft Saarbrüden JI2 S. 215 Anm. 2.
Das Grabmal ist erst am Anfang des 17. Jahrhunderts errichtet worden.