Und ward auch in dem Lauf der Zeiten
Zu schlicht das Kleid, zu eng der Raum,
Und dehnte sich nach allen Seiten
In Eile aus des Städtleins Saum,
Daß weithinragend, vielgestaltig
In reichbegabtem Festgewand
Als neuer Mittelpunkt gewaltig,
Die Schwester jugendschön erstand:
Du bleibst im schlichten Kleid nicht minder,
Fernab der Straße Lärm und Streit,
Die traute Wiege deiner Kinder,
Ein liebes Stück Vergangenheit.
Du hast um Gottes Wort gestritten,
Um Martin Luthers reine Lehr,
Du hast im Welltkrieg viel gelitten,
Gabst willig deine Glocken her.
Du hast des Landes Wehr gesegnet,
Als stolz sie zog zum Kampf hinaus,
Bist ihr mit stillem Trost begegnet,
Als wund und siech sie kehrt' nachhaus.
Du sollst noch manch' Jahrhundert stehen,
Dem Alter trotzend, stark und fest,
Wie über Werden und Vergehen
Ein Eichbaum breitet sein Geäst.
Und unter deinem Schatten wohne
Noch manches glückliche Geschlecht,
Das dankbar, fromm und deutsch dir lohne
Nach altem Brauch und gutem Recht.
Das liebevoll in Ehren halte,
Wie es die Väter stets getan,
Das liebe, schlichte, traute alte
Haus unseres Herrn zu St. Johann.