Full text : Geschichte der evangelischen Gemeinde St. Johann zu Saarbrücken zur 200 jährigen Erinnerungs-Feier der am 24. Juni 1727 erfolgten Einweihung der alten Kirche

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war das kein kleines Unternehmen. Aber die opferwillige Treue
der Gemeindeglieder, die tätige Mithilfe der Stadt St. Johann,
der Kirchenschaffnei und anderer Freunde und Gönner, insbesondere
des Grafen Friedrich Ludwig und der Gräfin Philippine Henriette,
Witwe des Grafen Ludwig Krafft, halfen durch alle Nöte hindurch.
Am 4. April 1725 wurde der Grundstein der Kirche gelegt und
am Johannistag, dem 24. Juni 1727, zwei Jahre später, konnte
die Kirche in feierlichem Gottesdienste, an welchem auch der Graf
Friedrich Ludwig von Nassau-Saarbrücken teilnahm, ihrer Bestimmung
übergeben werden. Bis zum Jahre 1898, in welchem die Ein—
weihung der Johanniskirche stattfand, hat die Alte Kirche als
einzige Kultusstätte die Gemeinde versammelt, und mannigfaltige
Schicksale des Volkstums an der Saar sind an ihren ehrwürdigen
Mauern vorübergebrandet. In Zeiten friedlicher Stille, erst recht
aber in Not und Drang haben die Evangelischen von St. Johann
in dieser Allen Kirche Trost und Kraft gesucht und ihre Anliegen
vor Gott gebracht. Es würde an dieser Stelle zuweit führen, alle
Einzelphasen in den wechselvollen Erlebnissen der Städte Saarbrücken
und St. Johann in den letztvergangenen Jahrhunderten zu schildern.
Es sind bewegte Zeiten gewesen, die unserem Grenzlande beschieden
waren, und das Schicksal, das auch heute in unseren Tagen schwer
auf unserem Grenzland lastet, hat ja auch schon in der vergangenen
Zeit mehr denn einmal mit rauher Hand in den Frieden und die
ruhige Entwickelung unseres Volkslebens eingegriffen. Immer
wieder sind die Städte Saarbrücken und St. Johann der
Schauplatz blutiger Ereignisse gewesen, Kampf und Hader haben
oft genug die lodernde Brandfackel in unsere Städte geworfen.
Das alte Schloß ging in Flammen auf, und die Schrecken des
furchtbaren Jahres 1793 ließen die Bürgerschaft nicht zur Ruhe
kommen. Die Gedanken der französischen Revolution suchten im
Saarland Boden zu fassen; falsch verstandene Freiheitsideen ver—
wirrten auch hier manchen Menschen eine Zeit lang den Kopf.
Aber durch feindliche Gewalt und harte Bedrückung, durch Not
und schwere Kriegsbedrängnis rettete sich das Volk mit tapferem
Herzen und starker deutscher Vaterlandsliebe in glücklichere Zeiten
und politisch gesicherte Zustände hinüber. Wir wissen, wie es im
            
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