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die Alwworderen errichtet haben; in seiner Erscheinung der Ausdruck
der Einfachheit des ganzen damaligen Lebens und der bescheidenen
Verhältnisse, in denen damals die Tage verliefen. Wenn man
freilich auf die prächtigen Barockkirchen schaut, mit denen nicht
allzulange nach der Erbauung der Alten Kirche die geniale Kunst
des fürstlichen Hofbaudirektors Stengel die Städte Saarbrücken
und St. Johann beschenkte, möchte fast ein leiser Neid im Herzen
erwachen und ein schmerzliches Bedauern, daß an Sielle der so
überaus einfachen Alten Kirche nicht auch ein Bauwerk von der
Schönheit Stengelscher Architektonik emporragt; und wenn man
in die gotischen Hallen der Johanniskirche eintriit und unter dem
Eindruck der erhabenen Schönheit dieses Gotteshauses steht, dann
möchte unsere Alte Kirche fast wie ein Stiefkind unter soviel Formen⸗
reichtum erscheinen. Aber es ist ja nicht die äußere Gestalt eines
Gotteshauses, woran die Herzen der Menschen hängen, sondern
der Gedanke, daß in seinem geweihten Raume ewige Wahrheit
verkündet wird und Gottes Frieden wohnt. Und wenn die
Johanniskirche unserer Gemeinde gewiß durch ihre Schönheit Herz
und Sinne erhebt, so hat doch die Alte Kirche das eine Bedeutungs—
volle vor ihr voraus, daß in ihr, längst ehe die nach innen und
außen erstarkte Gemeinde an den Bau eines zweiten Gotteshauses
denken konnte, fast zwei Jahrhunderte hindurch schon das Evangelium
gepredigi wurde, und daß sie durch viele Menschenalter hindurch die sicht⸗
bare Erscheinung und der heilige Sammelpunkt des religiösen Lebens
der Gemeinde gewesen ist. So ist es denn wohl zu verstehen, daß
bei dem stark ausgeprägten Sinn des Volkes an der Saar für
seine Heimatgeschichte und Vergangenheitsentwicklung die Evange—⸗
lischen in St. Johann mit großer Liebe und tiefem Pietätsgefühl
gerade an ihrer Alten Kirche hängen, und daß auch ihre stattliche
Schwester am Rathausplatze ihr Bild nicht aus den Herzen der
Gemeinde zu verdrängen vermochte.
Nun sind 200 Jahre seit Erbauung der Alten Kirche ver⸗
gangen. Als man sich damals entschloß, der Gemeinde, die bis
dahin, ihrer eignen Kultusstätte durch fremden Eingriff verlustig
gegangen, die Gastfreundschaft der Saarbrücker Schloßkirche hatte
in Anspruch nehmen müssen, ein eigenes Gotteshaus zu schaffen,