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28. Die evangelischen Schulen zu St. Johann.
Die Stadt St. Johann hatte anfangs keine eigene Schule,
sondern die Kinder besuchten die Schule in Saarbrücken. Ein
Schulzwang bestand noch nicht; viele Leute konnten deshalb weder
lesen noch schreiben.
Während des 30jährigen Krieges kam der Jugendunterricht
ganz zum Stillstand. Erst durch den Grafen Gustav Adolf
(1659 bis 1677) wurde er neubelebt und nun auch auf die
weibliche Jugend ausgedehnt. Der Graf ließ eine Statistik der
schulpflichtigen Kinder aufnehmen. In Saarbrücken fanden sich
34 schulpflichtige Knaben und 38 schulpflichtige Mädchen; in St.
Johann 24 schulpflichtige Knaben und 20 Mädchen. Aus dem⸗
selben Jahre wird berichtet, daßz 20 „teulsche Schüler“, nämlich
10 Knaben und ebensoviele Mädchen, aus St. Johann nach Saar—
brücken in die Schule gingen.
In der Reunionszeit wurde von den Franzosen eine Schule
gegründet, in der die Kinder in der katholischen Religion und in
der französischen Sprache unterrichtet wurden. Den Katholiken
und den „Neubekehrten“ wurde geboten, bei 10 Franken Strafe
monatlich ihre Kinder in diese Schule zu schicken. Graf Ludwig
Kraft seinerseits wandte sich an die evangelischen Eltern mit dem
Gebot, ihre Kinder vom 6. bis zum 15. Jahre in die (deutsche)
Schule zu schicken, da sonst in Zukunft niemand unter der
Bürgerschaft beider Städte werde gefunden werden, der zur Be⸗
setzung eines Stadtamtes oder zu anderen öffentlichen Diensten
tauglich sei.
Erst um das Jahr 1700 wird eine besondere Schule zu
St. Johann erwähnt, deren Lage nicht bekannt ist. In den Jahren
1727 bis 1735 wird Johann Georg Stählinger als Schullehrer
zu St. Johann genannt. Im Jahre 1730 wurde des ehemaligen
Weißgerbers Sixt Haus zu einem Pfarr- und Schulhaus von der
Stadt angekauft, und im Jahre 1740 neben dasselbe das (alte)
Pfarrhaus in der evangelischen Kirchstraße gebaut, worauf ersteres