Full text : Geschichte der evangelischen Gemeinde St. Johann zu Saarbrücken zur 200 jährigen Erinnerungs-Feier der am 24. Juni 1727 erfolgten Einweihung der alten Kirche

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246) Das Paul-Marien-Stift.

In St. Johann machte sich am Ende der sechziger Jahre
das Bedürfnis eines Versorgungshauses geltend, da das Land—
armenhaus in Trier nicht Raum genug bot. Durch freiwillige
Beiträge aus der Bürgerschaft wurde ein kleines Kapital aufgebracht,
so daß 1869 eine Versorgungsanstalt für arme kranke und arbeits—
unfähige Personen weiblichen Geschlechtes zunächst in einem ge⸗
mieteten Hause begründet werden konnte. Um die Einrichtung
desselben machten sich Frau Pfarrer IIse und Frau Ferdinand
Schlachter besonders verdient; mit diesen Damen zusammen
bildeten Ftau Ida Röchling, Fräulein Lina Bruch und Frau
Dryander den ersten Vorstand. Die Aufsicht führte eine
Diakonissin aus dem Mutterhause in Speier. Im Jahre 1872
waren 12, 1874: 8, 1875: 6, 1877: 9 Pfleglinge im Hause.
Die Einnahme betrug
1872: 916
1874: 1316,
1875: 27808
1876: 3426,
Dem Bedürfnisse eines eigenen Hauses wurde durch eine
Stiftung des Geh. Kommerzienrats Emil Haldy und seiner Gemahlin
Marie, geb. Sello, in freigebigster Weise entsprochen. Das
Ehepaar Haldy erlebte den Schmerz, zwei Kinder in dem blühenden
Alter von 22 und 24 Jahren zu verlieren. Die einzige Tochter
Maria, geb. am 12. Juli 1851, war mit dem späteren General—
leutnant von Voigt vermählt und starb am 5. Juli 1873. Der
jüngere Sohn Paul, geb. am 8. Juni 1853, starb in Berlin als
studiosus juris am 14. Dezember 1877. Zur Erin—
nerung an diesen schmerzlichen Verlust liesz das Ehepaar
Haldy im Jahre 1879 für das St. Johanner versorgungshaus
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