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So wurde der neue Gotlesacker eingeweiht, und die ganze Feier
mit dem 4stimmigen Chorale: „Jesus, meine Zuversicht“ und dem
Segen geschlossen.
Der alte Friedhof wurde im Jahre 1877 zu einem öffent⸗
lichen Platz, dem Gerberplatz, umgewandelt.
Der Friedhof auf dem Rotenberg wurde als erster gemein—
schaftlicher Begräbnisplatz für die beiden christlichen Bekenntnisse
der Stadt St. Johann angelegt, nachdem bis dahin die Leichen
der evangelischen Bewohner auf dem jetzigen Gerberplatz, die der
Katholiken anfangs an ihrer Pfarrkirche und später auf dem
Friedhof an der Mainzerstraße beerdigt worden waren. So ist
dieser Friedhof ein nicht zu unterschätzendes Denkmal einträchtigen
Bürgersinnes, während an anderen Orten um dieselbe Zeit die
Einrichtung konfessionell getrennter Friedhöfe verlangt und durch—
gesetzt wurde.
Auch in Kunstgeschichtlicher Beziehung ist der Friedhof be—
merkenswert, vor allem durch die nach dem Entwurf des Bau—
meisters Hild erbaute Friedhofskapelle, das jetzige Wärter⸗
haus, mit ihren dorischen Säulen, ein Denkmal Klassizistischer
Baukunst. Unter den Grabmälern fällt eine schöne Urne auf, die
den Namen des angesehenen St. Johanner Bürgers Georg
Ludwig Firmond tnaägt.
Die übrigen jetzt beseitigten Grabmäler waren, soweit man
dies aus den Resten erkennen kann, zwar keine hervorragenden
Kunstwerke, aber sie waren doch beachtenswert für die Kenntnis
des Zeitgeschmacks; sie erinnerten an alte gute Bürgerfamilien von
St. Johann, die zum Teil ausgestorben sind. Ein Denkhstein weckt
eine besonders traurige Erinnerung: das Grabmal der sechs
Kinder der Eheleute Brenner, die im Jahre 1862 bei dem furcht⸗
baren Brandunglück am Obertor in den Flammen umgekommen
sind, ein Ereignis, das die Gründung der freiwilligen Feuerwehr
von St. Johann herbeiführte.
Eine besondere Weihe erhielt der St. Johanner Friedhof
dadurch, daß im Jahre 1870,71 die Leichen von 25 deutschen
Offizieren und etwa 250 deutschen Soldaten, die teils in der
Schlacht am 6. August gefallen, teils in den Lazaretten der Stadt