Nachdem im nächsten Jahre die größere Gemeindevertretung
eine Kommission für den Bau des Krankenhauses, aus den Herren
Alsdorf, Amberg, Joh. Huppert, Jakob Huppert, Kanzleirat
Kriene, L. Reiß, David Wüllenweber, Jak. Zembrod und Herm.
Willing gewählt und nachdem Herr Kriene deren Vorsitz übernommen
hatte, wurde der Garten der Witwe Schaidt für 7200 Mark und
der Garten des Herrn Schwarz für 15502 Mark gekauft. So
stand mit Einrechnung eines Teils der Grundfläche des Paul—
Marien⸗Stiftes ein Bauplatz von etwa 100 Ar zur Verfügung,
der für 2 zweigeschossige und 2 eingeschossige Pavillons mit 70
Betten Raum zu bieten schien. Von Herrn Willing wurde eine
Bauskizze entworfen, die von dem Stadtbaumeister Franz
geprüft und weiter ausgeführt wurde. Die Kosten des Baues
und der inneren Ausstattung wurden auf 75000 Mark geschätzt,
die teils durch Sammlungen, teils durch eine Anleihe aufgebracht
werden sollten. Zunächst sollte ein zweigeschossiger Pavillon für
25 Betten unter Verwertung der neuesten Erfahrungen auf dem
Gebiete des Krankenhausbaus errichtet werden. Im Jahre 1897
wurde beschlossen, das Krankenhaus nach dem Plane des Archi⸗-tekten
Brugger zu erbauen, und nachdem ein Gutachten des
Oberingenieurs Wallraff von Nürnberg eingeholt worden war,
bewilligte die größere Gemeinde-Vertretung am 5. Mai 1899 die
Bausumme von 150000 Mark. Die Straßenbaukosten im Betrag
von 12790 Mark wurden von der Stadt auf 10 Jahre gestundet.
Am 28. Mai 1902 fand die Grundsteinlegung statt. Am 15. März
1904 wurde das Haus feierlich eröffnet. Im nächsten Jahre
stiftete Kommerzienrat Karl Roth einen Aufzug zum Preise von
12000 Mark und Frau Roth 2000 Mark für die Waschküche.
Der Rentner Hartung vermachte dem Hause letztwillig 3000 Mark.
Bald nachher trafen die Krankenpfleger Schulze und Mornhinweg
von Witten ein, die von der Gemeinde freie Wohnung erhielten.
4 Schwestern waren im Krankenhaus tätig. Die ärztliche Ver⸗
sorgung übernahmen Dr. Schüller und Dr. Martens, der letztere
war 22 Jahre als leitender Arzt in dem Hause tätig. Jetzt
ist De. Bergmann Leiter der chirurgisch-gynäkologischen Abteilung
und Chefarzt; die innere Abteilung leitet Dr. Schack aus