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22. Das evangelische Krankenhaus.
Der Gedanke, ein evangelisches Krankenhaus in St. Johann
zu erbauen, wurde im Jahre 1891 durch den Aufruf zur Erbauung
eines katholischen Krankenhauses mit Waisen⸗ und Allersver⸗
sorgungshaus (Langwid'sches Stift) angeregt. Der Gedanke fiel
auf fruchtbaren Boden. Zwei evangelische Frauen, die Witwe
Gustav Wack und ihre Tochter, Frau Lina Hartung, über—
wiesen einen namhaften Geldbetrag für diesen Zweck dem Pfarrer
Lichnock, der nun im Verein mit dem Pfarrer Ilse und den
Mitgliedern des Presbyteriums Landesbauamtssekretär Alsdorf
und Brunnenmacher Huppert es unternahm, den Plan auszu—⸗
führen. Es wurde ein Ausschuß gewählt, in der außer den ge—
nannten Herren Regierungsrat Daub, Rechtsanwalt Dörmer,
Fabribant Karl Hartung, Dr. Leonhardt und Maurer—
meister Adolf Wolff eintraten. Auch Bürgermeister Neff und
zahlreiche andere evangelische Bürger bewiesen sich dem Plane
geneigt. Dieser wurde in erfreulicher Weise durch Frau Lina Pabst,
geb. Hartung, gefördert, die für den Bau des Krankenhauses
ein Grundstück schenkte, dessin Wert auf 4000 Mark geschätzt
wurde. Da dieses Grundstück aber wegen seiner Lage (auf
Malstatter Bann) und wegen seiner Beschaffenheit als Bauplatz
nicht geeignet erschien, so wurde es für 13 156 Mark 75 Pfennige
wieder verkauft und damit ein Grundstock für das Bauunternehmen
geschaffen.
Durch einen Aufruf an die evangelischen Bürger und eine
Haussammlung wurde die Summe von 17000 Mark zusammen⸗
gebracht, aber erst im Jahre 1894 wurde der Baugedanke dadurch
neubelebt, daß der Kommerzienrat Emil Haldy und seine
Gemahlin Marie, geb. Sello, das Paul-Marienstift der evangelischen
Gemeinde schenkten. Es erschien wünschenswert, das Krankenhaus
in der Nähe dieser Stiftung zu bauen, und es wurde deshalb der
nahegelegene Thomä'sche Garten für 8000 Mark erworben.