Full text : Geschichte der evangelischen Gemeinde St. Johann zu Saarbrücken zur 200 jährigen Erinnerungs-Feier der am 24. Juni 1727 erfolgten Einweihung der alten Kirche

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Nauwieserstraße bestimmt. Diese Bauten und Erwerbungen nahmen
natürlich bedeutende Mittel in Anspruch. Es erscheint deshalb
angebracht, die Entstehung und die Entwicklung des Kirchenver⸗
mögens zu verfolgen.

18. Das Kirchenvermögen von St. Johann.

In St. Johann gab es vor der Reformation keine Kirchen⸗
güter, da die Gemeinde keine selbständige Pfarrei bildete, wohl
aber hatte die St. Johannis-Bruderschaft schon um das Jahr 1400
Güter und Einkünfte, die zum Unterhalt des Frühmessers sowie
zur Bestreitung der inneren Kirchenbedürfnisse bestimmt waren.
Sie bestanden aus Gärten, Wiesen, Ackerland, Haus- und Hof—
stätten, die tells auf dem Bann von St. Johann, teils auswärts
lagen, oder aus Bodenzinsen. Die baren Überschüsse wurden auf
Zins ausgeliehen.
Diese Güter und Einkünfte der St. Johannis-Bruderschaft
gingen bei der Einführung der Reformation in den Besitz der
evangelischen Gemeinde St. Johann über. Die Brudermeister
wurden nun Kirchenschaffner genannt und liehen ebenfalls ihre
Barüberschũsse aus.
Die Bodenzinsen mögen teils geschenkte Renten, teils durch
Abgabe von Kirchengütern zu Bauplätzen entstanden sein. Im
Jahre 1606 wurde dem Kirchenschaffner befohlen, Gärten von
den St. Johanner Kirchengütern zu verkaufen. Damals sind laut
Rechnung für 1350 Gulden Kirchengüter verkauft worden, vermutlich
zum Kirchenbau.
In den Kirchenrechnungen von 1672 und 1678 wird bemerkt,
daß wegen des Krieges beinahe gar nichts eingekommen sei.
            
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