und Hauslehrer, kam 1838 als Pfarrer nach Uck (30 kmme östlich
von Tondern), 1846 als Pfarrer nach Rottmark auf der Insel
Alsen: wegen seiner deutschen Gesinnung von den Dänen 1848
gefangen genommen, war er 26 Wochen in Faaborg auf der
Insel Fünen Gefangener, dann freigelassen, wurde er von der
provisorischen Regierung 1849 als Pfarrer in Ulderup auf Sundewitt
angestellt, aber zu Anfang 1850 entlassen, wurde er Feldprediger
im schleswig⸗holsteinschen Heere, mußte dann sein Vaterland verlassen
und reiste für den schleswig-⸗holsteinschen Hilfsverein durch Deutschland.
In Saarbrücken fand er mit seinen Reden solchen Anklang, daß
er nach Follenius Tode an dessen Stelle gewählt wurde. Er wurde
am 15. Februar Erster Pfarrer zu St. Johann und starb hier am
14. Mai 1859. Seine Frau stammte aus Heide in Ditmarschen.
Er hat seine Erlebnisse als Schleswigscher Prediger (1838 — 1850)
und verschiedene Schriften über die schleswig-holsteinsche Sache
herausgegeben.
Am 15. Januar 1854 wurde Gustav F. Leopold Ilse
in das Amt als 2. Pfarrer eingeführt. Derselbe war geboren
am 16. November 1821 zu Prenzlau. Seine Eltern waren
Leopold Ilse, Kreisbauinspektor, und Karoline Langwell.
Er besuchte die Gymnasien zu Prenzlau und Koblenz, wo er
1843 die Abiturienten-Prüfung bestand. Er besuchte die Uni—
versitäten Tübingen, Berlin und Bonn und bestand die erste
theologische Prüfung 1847, die zweite 1849, wurde 1849 Pfarr⸗
vikar in Andernach, ordiniert am 15. Mai 1851, wurde am
15. Januar 1854 zweiter Pfarrer und am 11. April 1850 an
Petersens Stelle 1. Pfarrer in St. Johann. Das Provinzial⸗
Schulkollegium übertrug ihm am 15. Mai 1854 den Religions—
unterricht am Gymnasium zu Saarbrücken und 1878 auch denselben
an den beiden oberen Klassen der Oberrealschule. 1868 wurde er
Berings-(Kreis) schulinspektor über einen Teil der evangelischen
Schulen des Kreises Saarbrücken (bis 1897). 1884 erhielt er
den Roten Adlerorden IV. Klasse und bei seinem 50 jährigen
Amtsjubiläum den Roten Adlerorden III. Klasse mit der Schleife.
Am 15. Januar 1904 wurde ihm der Ehrenbürgerbrief der Stadt
St. Johann überreicht.