»Eybisch unterstützt. Pfarrer Halke wurde auf die Reklamation
des Presbyteriums eine Zeitlang beurlaubt, aber erst im Oktober
1917 endgültig entlassen, nachdem er zum Reserveoffizier befördert
worden war. Seine Rückkehr war besonders erwünscht, da
Pfarrer Lic. Ulrich zwar auf den Wunsch der Gemeinde vom
Felddienst befreit, aber zum 1. Oktober 1917 in ehrenvoller Weise
nach Berlin berufen worden war.
Am 9. August 1915 erfolgte der erste Fliegerangriff auf
die Stadt, durch den zwei Einwohner getötet und 23 verwundet
wurden. Im ganzen haben unsere Feinde 253 Fliegerangriffe
gegen die Stadt Saarbrücken unternommen, durch die 61 Leute
getötet, 77 schwer und 115 leicht verwundet wurden. Den Sach—
schaden berechnet man auf 2770000 Mark. Durch Abwehrge—
schütze, durch abendliche Verdunkelung der Straßen, durch Blendung
der Fenster und durch Flucht in die Kellerräume suchte man der
Gefahr zu begegnen oder ihr zu entgehen. Infolge dieser Angriffe
mußten die Kirchengebäude gegen Fliegergefahr versichert werden;
in der Tat wurde die Johanniskirche durch eine Fliegerbombe
beschädigt.
Im weiteren Verlauf des Weltkrieges folgte in Saarbrücken
wie überall in Deutschland, schwere seelische und wirtschaftliche Not.
Wohl jubelte man über die Siegesnachrichten und gab sich der
Hoffnung auf einen glücklichen Ausgang des Krieges hin; aber
die meisten Familien zählten Angehörige zu den Opfern des Krieges;
manche Eltern beklagten den Tod des einzigen Sohnes oder aller
Söhne, aber die Herzen blieben ungebeugt: „in stolzer Trauer“
meldeten die vom Leid getroffenen ihre Verluste. 452 Mitglieder
der evangelischen Gemeinde St. Johann sind im Weltkrieg gefallen,
darunter 12 Brüderpaarei)y. Dazu kam die Not der Entbehrung
infolge der englischen Blokade. Alle möglichen Ersatzmittel mußzten
üher den Mangel an Rohstoffen hinweghelfen. Im Winter
1916,17 blieben sogar die Kartoffeln aus, und Rüben wurden
1) Die Namen sind von dem Presbyter Julius Beder zusammengestellt
und im Jahre 1825 in einer Liste mit Nachtrag veröffentlicht worden.