verkauft würde, zu legen; und da dem Grafen von Alters her
dies Umgeld zustehe, nämlich die zwanzigste Maß von allem zum
Zapfen verkauften Weine, er dies Umgeld auch sich und seinen
Erben fernerhin vorbehalte, so sollten die Bürger dies Maß mindern
und kleiner machen, sodaß ihnen auch von 20 Maß eine „wachse“.
Dies Umgeld sollten die Bürger anlegen „an Bau, Befestigung
und Gewehr oder sonst zu Nutz und Notdurft der zweien Städte“,
und was in jeder Stadt falle und erhoben würde, das sollte jeder
Stadt verbleiben. Zugleich verordnete der Graf, daß in jeder Stadt
aus den Bürgern ein redlicher und verständiger Mann zum
Baumeifter gekoren werde, der in Saarbrücken mit dem Meier
und in St. Johann mit dem Burgemeister das Umgeld hebe,
verbaue oder anlege; davon sollten sie den Bürgern in des Grafen
oder des Schultheißen Beisein alljährlich Rechnung legen.
Zur Stadtbefestigung war das Kloster Wadgassen verpflichtet
300 Quadersteine jährlich durch seine Untertanen in Ensheim zu liefern.
Derselbe Graf Johann III. befahl im Jahre 1461, daß
jeder in der Stadt, es seien Edle, Bürger, Freie oder andere, vier
Fuß breit vor seinem Hause zu poweien (pflastern) habe; was
darüber sei, solle die Gemeinde tun und bezahlen.
Es zeigte sich bald, wie nötig der verstärkte Schutz der Städte
war. Im Jahre 1460 streiften die Krieger des Pfalzgrafen Ludwig
von Zweibrücken, des schwarzen Herzogs, mit dem Graf Johann
in Fehde lag, zu Roß und zu Fuß bis Dudweiler und Scheidt,
brandschatzten, plünderten und trieben das Vieh weg. Da mochten
die Mauern der Städte manchen Bauern ein Zufluchtsort werden.
Elf Jahre später zog der schwarze Herzog gar vor die Mauern
der Städte selbst. „Fobruarius 19 Anno 1471 stant Herzog
Ludwig vor Sant Johan und grub den Wiger (Weiher) an und
brant die Mühle, auch Folklingen (Völklingen), Burbach und
Malstat.“ Die Mauern von St. Johann waren aber stark genug,
ihm zu widerstehen; dafür rächte sich der Herzog mit dem Greuel
der Verwüstung: „Mai 24. 1471 rannt' Herzog Ludwig in das
Collerdail und verbrant das gar.“ Bald nachher kam der Friede
zu stande, nachdem Graf Johann seinerseits das Land des Herzogs
verwüstet hatte.