Mittlerweile aber war neben den beiden Städten eine dritte
emporgewachsen, die sich an die älteren Schwestern dicht angeschlossen
hatte, die Stadt Malstatt-Burbach. Damit stand die städtische
Entwicklung vor einer neuen Frage.
15. Die Vereinigung der drei Saarstädte.
Der Gedanke, daß die so eng miteinander verwachsenen Saar—
städte ihre Interessen am besten fördern könnten, wenn sie unter
einer Verwaltung vereinigt würden, lebte schon lange in der
Bürgerschaft der drei Städte, doch es war auch bekannt, daß
besonders in Saarbrücken und St. Johann einflußreiche Kreise der
Vereinigung widerstrebten, durch die sie das Interesse ihrer eigenen
Stadt gefährdet glaubten. Andererseits traten an die Städte
wichtige wirtschaftliche und kulturelle Aufgaben heran, welche zu
bewältigen die einzelnen Städte nicht imstande waren, so die Kanali—
sation und die Klärung der Abwässer, die Großkanalisierung der
Saar und der Bau eines Industriehafens, die Aufstellung eines
einheitlichen Bebauungsplanes, der Bau weiterer Brücken über die
Saar, die einheitliche Versorgung der Städte mit Wasser, Gas
und Elektrizität, die Errichtung eines den modernen Anforderungen
genügenden Schlacht und Viehhofes, die Gründung einer dritten
höheren Knabenschule, die von der Regierung als eine Pflicht der
Städte bezeichnet wurde, der Bau eines Theaters u. a.
Den Anstoß zu ernster Erwägung dieser Frage gab der
Umstand, daß die Stadt Malstatt-Burbach nahezu 40000
Einwohner zählte und demnach in absehbarer Zeit berechtigt war,
ihr Ausscheiden aus dem Landkreise Saarbrücken und die Bildung
eines eigenen Stadtkreises Malstatt-Burbach zu beantragen. In
diesem Falle hätten die Städte Saarbrücken und St. Johann allein
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