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dieser das Lied „Ein Sträußel am Hute“ vortrug. Dann erfolgte
der Parademarsch der ganzen Garnison vor dem obersten Kriegs—
herrn, der am Fuße des Denkmals stand, und schließlich besuchten
die Majestäten das Saarbrücker Rathaus, wo das Stadtverord—
neten-Kollegium, die Pfarrer, die Diakonissen und die Vorstands—
damen des Saarbrücker Frauenvereins versammelt waren. Die
Tochter des Bürgermeisters, Toni Feldmann, begrüßte mit einigen
von Frl. Alwine Lentze verfaßten Versen „die Höchste unter
Deutschlands Frauen“, die Tochter des Stadtverordneten Rahfeld
überreichte der Kaiserin einen Strauß von Marschall NiebRosen,
Frl. Gertrud Ebeling dem Kaiser einen Strauß von lila Orchideen.
Ein für die Prinzessin bestimmter Rosenstrauß wurde ihr von den
jungen Mädchen an den Bahnhof gebracht. Darauf hielt Bürger⸗
meister Feldmann eine Ansprache, in welcher er den Kaiser als
den Hüter des Friedens und der nationalen Wohlfahrt pries,
worauf der Kaiser dankte und, auf die Geschichte der Grenzstadt
Saarbrücken hinweisend, seinen festen Willen betonte, den Frieden
zu wahren, sofern nicht frecher Übermut ihn herausfordere.
Dann unterhielt sich das Kaiserpaar mit einzelnen Herren
und Damen, ließ sich die historischen Gemälde erklären und zeichnete
sich auch hier in das Goldene Buch der Stadt ein. Die Rückfahrt
zum Bahnhofe erfolgte unter den Jubelrufen der Bevölkerung.
Beim Abschied sprach der Kaiser dem Landrat Bötticher seinen
wärmsten Dank für die herzliche Aufnahme in den Saarstädten
aus. Abends fand ein Festmahl der Ehrengäste und der Vertreter
der Bürgerschaft im Zivilkasino statt. Diese Feier war eine glück—
liche Vorbedeutung für die Zukunft, da sie von den beiden Städten
in einmütigem Sinne veranstaltet worden war.
Die beiden Städte hatten sich in erfreulicher Weise entwickelt.
Die Verheißung, die Georg Hans, Pfalzgraf zu Veldenz und
Lützelstein, im Jahre 1591 aussprach, daß Saarbrücken eine
„gewaltige Kaufstadt“ werden sollte, war in Erfüllung gegangen.
Gewerbe und Handel in unseren Städten standen in großer Blüte,
und neben den materiellen Gütern waren auch die geistigen Interessen
zur Werischätzung gelangt. Eine arbeitsame und patriotische Be—⸗
völkerung verbürgte das fernere Gedeihen der Städte.