Full text : Geschichte der evangelischen Gemeinde St. Johann zu Saarbrücken zur 200 jährigen Erinnerungs-Feier der am 24. Juni 1727 erfolgten Einweihung der alten Kirche

12 —

Zusatz bezeichnet: „neben der Kirche an dem großzen Torn“. Nach
Heinrichs von Yweiler Tode teilte seine Witwe als Vormünderin
ihres Sohnes Nikolaus die Lehen derer von Yweiler mit ihrer
Schwägerin Else von Yweiler, der Ehefrau des Nikolaus von
Kellenbach. Nach ihrem Ableben im Jahre 1435 wurde ihr Sohn
Nikolaus mit dem Hofe in St. Johann als mütterlichem
Burglehen begabt. Dieser starb jedoch bald; sein Erbe war Hans
von Kellenbach, der Sohn der Else von Yweiler, der 1442
den Hof erhielt,)) während mit 8 Morgen Acher, die Heinrich
von Yweiler gehabt hatte, Heinrich von Sötern belehnt wurde.?)
Diese AÄcker lagen zwischen St. Johann und dem „Gutleuthaus“,
welches wohltätige Menschen zur Aufnahme von Pestkranken und
Aussätzigen gestiftet hatten. Dies Haus, auch Koden genannt,
lag an dem Wege nach Scheidt, und nach ihm führen die um—
liegenden Felder noch heute den Namen Kottenfelder.
Ein wohlhabender Bürger in St. Johann war um das Jahr
1500 Hans Meintzweiler; er besaß fast den ganzen Eschberg.
Graf Johann Ludwig kaufte diesen Besitz in den Jahren
1508 - 1530 allmählich von den Erben, ferner erwarb der Graf
im Jahre 1536 die St. Johanner Güter des Mathias Degen
von Gersheim. Die Herrschaft hatte überhaupt bedeutenden Grund—
besitz in St. Johann, mit dem sie verschiedene Lehnsleute begabte.
Die gewerblichen Verhältnisse in St. Johann waren denen
von Saarbrücken jedenfalls sehr ähnlich. Die meisten Bewohner
trieben Ackerwirtschaft und daneben die nötigsten Gewerbe, manche
nährten sich vom Frachtverkbehr: 1436 wurde Hans Funke, Fuhr—
mann von St. Johann, in Straßburg zurückgehalten. —St. Johann
wird im Jahre 1321 noch ein Dorf genannt, hatte also damals

1) Die Familie von Kellenbach blieb bis in das 16. Jahrhundert im
Besitze dieses Hofes. 1572 wurde Friedrich von Neuß damit belehnt.
2) Die von Sötern, welche Burgmannen zu Saarbrücken waren, blieben
in diesem Besitze bis ins 16. Jahrhundert. Anton von Sötern und seine Frau
Else von Heringen kauften 1503 und 1515 weitere Guter dazu. 1548 erhielt
Philipp von Sirch Herr zu Fels, Oberamtmann in Saarbruden, das Söternsche
Lehen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.