Full text : Geschichte der evangelischen Gemeinde St. Johann zu Saarbrücken zur 200 jährigen Erinnerungs-Feier der am 24. Juni 1727 erfolgten Einweihung der alten Kirche

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sind die Boten, die den Frieden verkündigen“. Pfarrer Ilse hielt
die Schlußliturgie, dann sang die Gemeinde stehend unter Glocken⸗
klang und Posaunenschall „Nun danket alle Got!“ Um 2 Uhr
fand ein Festmahl in dem Saal der städtischen Turnhalle und um
8 Uhr abends eine Nachfeier im Saale des „Tivoli“ mit Gesängen
und Ansprachen statt.
Die Johanniskirche ist im gotischen Stil gebaut und wird
von dem schlanken 74 Meter hohen Turm überragt, der vier von
K. F. Ulrich in Apolda aus französischem Kanonenerz gegossene,
nach dem Kaiser, der Kaiserin, dem Fürsten Bismarck und
dem heiligen Johannes benannte Glocken erhielt. Über der
Vierung erhebt sich der kleinere Dachreiterturm. Die Längenachse
der Kirche fällt mit der Achse der Kaiserstraße zusammen, so daß
von dieser aus sich ein schöner Ausblick auf die Kirche bietet.
Die Kirche ist nicht genau orientiert, sondern der Chor ist nach
Südosten gerichtet. Vor dem Hauptportal steht zur Linken die
lebensgroße Bildsäule Johannes des Täufers, der das Lamm
Gottes auf dem Arm trägt, zur Rechten der Bischof Arnulf von
Metz (612-627) als Gründer der St. Johanniskapelle. Doch
liegt hier eine Verwechselung mit dem Vorgänger Arnulfs, dem
heiligen Arnualdus, vor. Unter der Gestalt befindet sich das Bild
eines Fisches, der einen Ring im Maule hält, eine Anspielung
auf eine von Arnulf erzählte Legende, die einen ähnlichen Inhalt
wie Schillers Ballade, Der Ring des Polykrates“ hat. Über dem
Portal steht eine Christusgestalt mit einladender Gebärde, ein
Geschenk des Herrn Justus Arnold. In der Vorhalle waren
zur Linken zwei Bronzetafeln angebracht. Auf der einen stehen
die Namen der evangelischen Pfarrer von St. Johann mit einigen
auf die Geschichte der Gemeinde bezüglichen Nachrichten, auf der
andern die Namen der damaligen Mitglieder des Presbyteriums,
der Baukommission, des Baumeisters, der Bauführer und der am
Bau beschäftigt gewesenen Künstler und Handwerker. Diese Tafeln
befinden sich jetzt im Innern der Kirche; an ihrer Stelle befindet
sich jetzt eine Ehrentafel mit den Namen der im Weltkrieg
1914 — 1918 gefallenen evangelischen Gemeindemitglieder von
St. Johann. In der Rosette über dem äußeren Eingang ist
            
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