Full text : Geschichte der evangelischen Gemeinde St. Johann zu Saarbrücken zur 200 jährigen Erinnerungs-Feier der am 24. Juni 1727 erfolgten Einweihung der alten Kirche

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gewählt. Am 3. September 1894 wurde mit den Erdarbeiten
begonnen und am 21. April, dem Sonntag Quasimodogeniti
1895 um 3 Uhr nachmittags feierlich der Grundstein, der in einer
kupfernen Kapsel die Gründungs-Urkunde enthält, an der Stelle
gelegt, wo sich jetzt die Kanzel erhebt. Die gottesdienstliche
Handlung leiteten die Pfarrer Ilse und Lichnock. Die
Einweihung der Kirche sollte am Johannistag (24. Juni) 1898
stattfinden, aber wegen der auf diesen Tag festgesetzten Stichwahl
zum Deutschen Reichstag mußte die Feier auf den 6. Juli ver⸗
schoben werden. Am Vorabend und am Morgen des festlichen
Tages wurde das Fest mit allen Glocken eingeläutet und um
6 Uhr morgens Choräle von der Turmgalerie geblasen. Um
91)0. Uhr ordnete sich der Festzug an der alten Kirche und setzte
sich gegen 10 Uhr nach der neuen Kirche in Bewegung. Den Zug
eröffneten die Konfirmanden und Kofirmandinnen mit den evangelischen
Lehrern und Lehrerinnen, dann folgte der Kirchenchor, eine Musik—
Kapelle, das Presbyterium, die Baukommission und die größere
Gemeinde⸗Vertretung, der Baumeister, die Bauführer, Unternehmer
und Meister, die Geistlichen, die Ehrengäste, die Stadtwerordneten,
der evangelische Arbeiter-Verein, der evangelische Männer- und
Jünglingsverein und die übrigen Gemeindemitglieder.
Am Portal der Kirche übergab der Baumeister Güth den
Kirchenschlüssel dem Generalsuperintendenten Umbeck, der die Kirche
durch den Pfarrer Ilse öffnen liefz. Die Feier in der Kirche
begann mit Orgelspiel, dann sang der Kirchenchor die Motette
von Silcher „Wie heilig ist diese Stätte“. Daran schloß sich die
Weiherede und die Weihehandlung des Generalsuperintendenten und
nach einem abermaligen Gesang des Kirchenchors „Singet dem
Herrn ein neues Lied“ eine Ansprache des stellvertretenden Vor—
sitzenden der Rheinischen Provinzialsynode, des Superintendenten
Schürmann aus Mörs. Nach dem Gesang der Gemeinde „Jehova,
Deinem Namen“ hielt der Superintendent der Synode St. Johann,
Pfarrer de Wyl, die Lithurgie, an die sich der Gesang der Gemeinde
„O heil'ger Geist, kehr bei uns ein“ anschloß. Dann folgte die
Festpredigt des Pfarrers Lichnock, der Gesang des Kirchenchors
aus dem Oratorium „Paulus“ von Mendelssohn „Wie lieblich
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